Antoni: Regierung will Privatisierung des Bildungssektors

Investition in Erwachsenenbildung nötig

Wien (SK) "Ein Blick auf die aktuellen Arbeitslosenstatistiken würde genügen, um zu erkennen, dass eine umfassende Investition in Bildung nötig ist. 90 Prozent der Arbeitslosen verfügen nur über einen Pflichtschulabschluss", so der SPÖ-Bildungssprecher Dieter Antoni, heute, Montag, im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema Bildungsabbau. Die SPÖ werde deshalb heute zwei Anträge betreffend Bildung und Wissenschaft und Forschung im Parlament einbringen. "Diese Regierung tut alles, um sich im Bereich Bildung zurückzunehmen", kritisierte Antoni. Dies würde sich durch die angestrebte Vollrechtsfähigkeit von Universitäten, Studiengebühren und den eingeführten Selbstbehalten bei Freifahrten und Schulbüchern zeigen. Das Ziel von Kanzler Schüssel sei es, den gesamten österreichischen Bildungssektor zu privatisieren, warnte Antoni. ****

"Das erste Semester dieses Schuljahres ist vorüber, und zahlreiche Jugendliche werden sich nun für Berufbildende Höhere Schulen anmelden. Viele von ihnen werden nicht den gewünschten Ausbildungsplatz bekommen", stellte der Abgeordnete fest. 5.000 bis 6.000 neue Ausbildungsplätze an Berufsbildenden Höheren Schulen wären nötig, um den Bedarf zu decken. Während der vergangenen Legislaturperioden hätte die SPÖ immer wieder den Ausbau von Berufsfachschulen gefordert, um den Lehrstellenmarkt zu entlasten. Dies wäre leider mit der ÖVP nicht möglich gewesen. "Derzeit wären 600 Millionen Schilling für neue Ausbildungsplätze nötig", so Antoni.

Auch im Bereich Erwachsenenbildung seien Kürzungen vorgesehen. Bereits für 2001 wäre das Budget für Erwachsenenbildung von 131 auf 111 Millionen Schilling reduziert worden. Weiters hätte die blau-schwarze Regierung vor, diesen Bildungssektor von der Bundeskompetenz in die Landeskompetenz zu übertragen. Dies würde bedeuten, dass keine einheitlichen Standards im Bereich Erwachsenenbildung mehr vorhanden wären. Besonders dramatisch wäre dies für die Absolventen, da dadurch ebenfalls einheitliche Zertifizierungsanforderungen fallen würden. Im EU-Bereich hätten so österreichische Absolventen mit Nachteilen zu rechnen. "Diese Maßnahmen sind ein dramatischer Rückschritt", bemerkte der Bildungssprecher.

Die Forderungen der SPÖ wären eine Milliarde für Weiterbildung, eine Informationsoffensive, regionale Bildungszentren und ein gebührenfreies Nachholen von Bildungsabschlüssen. Weiters müsse eine bundesweite Koordinierungsstelle für Erwachsenenbildung eingerichtet werden. (Schluss) sw

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