"Chancen des europäischen Naturschutzes nutzen"

WKÖ und WWF kooperieren bei "Natura 2000" - Schwarzer: "Dialog und Gespräch vor Konfrontation und gegenseitige Behinderung"

Wien (PWK188) - Wirtschaftskammer und WWF haben kürzlich ein fünf Schritte umfassendes Programm für eine gemeinsame, erfolgreiche Umsetzung des europäischen Naturschutzvorhabens "Natura 2000" präsentiert. In einem ersten Schritt zur Konkretisierung dieses Vorhabens findet heute, Montag, im Julius Raab-Saal der WKÖ eine ganztägige Veranstaltung unter dem Motto "Chancen des europäischen Naturschutzes nutzen" statt. Experten aus Österreich, Deutschland und der Europäischen Union stellen aus diesem Anlass den Stand der Dinge und die möglichen Auswirkungen von Natura 2000 vor und führen Kostenabschätzungen durch. Die volle Umsetzung von Natura 2000 soll bis zum Jahr 2004 erreicht werden.

Den Auftakt machten der Leiter der Abteilung für Umweltpolitik der WKÖ, Doz. Stephan Schwarzer, und der Geschäftsführer des WWF Österreich, Dr. Günther Lutschinger, die, ausgehend vom Kooperationsabkommen, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung analysierten.

Wie Schwarzer ausführte, wurden in Österreich in einer ersten Phase rund 160 Gebiete mit einer Fläche von 13.000 km2 für Natura 2000 gemeldet. Dies sind rund 16 Prozent der Landesfläche. Potenziell betroffen sind etwa 30.000 Betriebe.

Durch die Überschneidung von Interessen der Wirtschaft mit denen des Naturschutzes kann es für die Unternehmen zu Konkurrenznachteilen in Natura 2000-Gebieten kommen ( Verzögerung und Verlängerung von Verfahren durch zusätzliche Naturverträglichkeitsprüfungen, Einschränkungen bei Neu- und Umbauten, Gefahr einer erhöhten Haftung sowie Fragen des Eigentumsschutzes). Die Wirtschaftskammer ist daher interessiert, Vorschläge einzubringen, wie die Interessen des Naturschutzes und der Wirtschaft zu vereinbaren sind. "Gemeinsam können wir mehr für die Wirtschaft und den Naturschutz erreichen. Dialog und Gespräch stehen vor Konfrontation und gegenseitiger Behinderung", betonte Schwarzer.

Die wichtigsten Punkte des gemeinsamen 5-Schritte-Programms - Dialog und Transparenz, aktives Gebietsmanagement, Rechtssicherheit, effiziente Verfahrensabwicklung und ausreichende Finanzierung -sollen helfen, die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden und gemeinsame Lösungen zu finden. Mit Hilfe des Kooperationsübereinkommens sollen Unsicherheiten geklärt werden und die Behörden auf Bundes- und Landesebene Umsetzungsvorschläge anbieten, die sowohl von der Wirtschaft als auch vom Naturschutz getragen werden können.

Durch das Erkennen von Übereinstimmungen bei der Umsetzung, die Erstellung von gemeinsamen Lösungsvorschlägen und Wissensaustausch habe sich die neue Partnerschaft bereits nach kurzer Zeit als erfolgreich erwiesen, zog Schwarzer eine erste, positive Zwischenbilanz.

WWF-Geschäftsführer Lutschinger wies darauf hin, dass in Europa insgesamt 10.250 Gebiete - die zusammen etwa die Größe Deutschlands haben - für Natura 2000 ausgewiesen sind. Dabei handle es sich aber um keine Neuerfindung des Naturschutzes. Vielmehr stünden zwei Drittel der genannten Gebiete bereits heute unter Schutz. Etwa ein Viertel der Natura 2000-Gebiete ist landwirtschaftlich genutzt.

Bei der Umsetzung gebe es nicht nur ein Modell, sondern verschiedene Varianten. "Es ist dies kein abgeschlossener Prozess, sondern eine ständige Adaption", stellte Lutschinger fest. Die Kooperation sollte an dem gemessen werden, was sie erreicht. Sie könne insbesondere als Vorbild für Österreichs Nachbarn in Mittel- und Osteuropa dienen. (hp)

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