ÖGB tritt für zukunftsweisende Hochschuloffensive ein

Bildungsabbau muss gestoppt werden

Wien (ÖGB). "Die Regierung betreibt konsequenten Rückschritt im Bildungsbereich. Beginnend in der Lehrlingsausbildung, wo die Auffangnetze de facto nicht mehr existent sind, über die berufsbildenden Schulen, wo das Bildungsbudget eingefroren wurde und keine Rede mehr von Ausbau im IT-Bereich ist, bis hin zum rigorosen Einsparen von LehrerInnen, wodurch die Qualität der Betreuung ernsthaft gefährdet ist, wird vor keinem bildungspolitischen Rückschritt haltgemacht", erklärt Alexander Prischl, Leiter des Referats für Berufsbildung im ÖGB.++++

"Das aktuellste Beispiel ist die Universitätenreform. Freier und uneingeschränkter Hochschulzugang gestrichen, arbeits- und sozialrechtliche Fragen ungeklärt und unausgegorene Schlagworte zur Ausgliederung der Universitäten - dies ist das Konzept der Regierung zur Hochschulreform", so der ÖGB-Bildungsexperte. "Der ÖGB lehnt dieses Vorgehen strikt ab und hat deshalb ein Positionspapier für eine zukunftsweisende Hochschuloffensive erarbeitet."

Da der Großteil der AbsolventInnen später unselbständig erwerbstätig sein wird, sind - neben einer arbeitnehmerorientierten Forschung - die Qualifizierungsleistungen der Universität von besonderer Bedeutung. Aus Sicht des ÖGB ist es Aufgabe der öffentlich und somit auch von ArbeitnehmerInnen finanzierten Universitäten, durch die Vermittlung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Weiterbildung und Forschungstätigkeit das Rüstzeug zum Erkennen, Analysieren und Bewältigen gesellschaftlicher Probleme zu liefern. Für alle Bildungsinteressierten mit Hochschulberechtigung soll -unabhängig von der sozialen oder regionalen Herkunft, dem Geschlecht etc. - ein ausreichendes, hochwertiges Bildungsangebot zur Verfügung stehen.

Der ÖGB tritt daher für eine zukunftsweisende Hochschuloffensive ein:

  • mit staatlicher Verantwortung und verbesserter Mitbestimmung statt "Ausgliederung" der Universitäten,
  • mit offenem Zugang und verbesserten Studienbedingungen statt Studiengebühren und neuen Barrieren,
  • mit einer Diskussion auf breiter Ebene statt "Durchpeitschen" von gravierenden Organisationsänderungen,
  • mit einem hochschulpolitischen Gesamtkonzept statt unausgegorenen Schlagworten,
  • mit einer Evaluierung der bisherigen Reformen und Diskussion von alternativen Lösungsmodellen statt Experimenten zu Lasten von Studierenden und Beschäftigten,
  • mit einer Absicherung der parlamentarischen Rechte statt Gestaltungsmacht für nur einige wenige,
  • mit entsprechender staatlicher Dotierung im Hinblick auf den Personal- und Sachaufwand für ein verbessertes Studienangebot statt "Ausgliederungen" mit beträchtlichen Zusatzkosten und
  • mit einem Dienstrecht, das mit den zuständigen Interessenvertretungen konsensorientiert zu verhandeln ist und das ebenso leistungsfördernde Anreize, insbesondere in der Lehre, bietet statt gravierender negativer Auswirkungen für die Beschäftigten.

Das Positionspapier des ÖGB kann im Volltext unter www.oegb.at abgerufen werden. (aw)

ÖGB, 12. März 2001
Nr. 186

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