Natura 2000: Die Zeit läuft ab!

Ultimatum bis Mittwoch für fehlende Alpin-Gebiete -Umweltdachverband übermittelt Liste an Bundesländer-Koordinator

Wien (OTS) - Am Mittwoch läuft die Frist ab, um die fehlenden 34 alpinen Gebiete Österreichs für Natura 2000 zu melden. Der Umweltdachverband übermittelt daher eine Gebietsliste an den Bundesländer-Koordinator, damit Österreich nicht zum Natura 2000 -Schlusslicht Europas wird.

"Österreich zählt schon heute zu den Letzten, vergleicht man die Größen der Flächen, welche die EU-Staaten nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie bisher nach Brüssel gemeldet haben", warnt Gerhard Heilingbrunner, Präsident Umweltdachverband. "Wir übermitteln daher dem Koordinator für die heimischen Natura 2000-Gebiete, Christian Plössnig, die Liste der schützenswerten Gebiete, die nach EU-Recht von Österreich jetzt für das europäische Netz an Schutzgebieten gemeldet werden müssen." Denn die Bundesländer haben das bisher verabsäumt. Sollte Natura 2000-Koordinator Plössnig von den Bundesländern kein grünes Licht erhalten, diese 34 Gebiete fristgerecht zu nominieren, werde das der Umweltdachverband übernehmen und die Gebietsliste direkt an die EU-Kommission übermitteln, stellt Heilingbrunner klar.

Thomas Ellmauer, Natura 2000-Experte des Umweltdachverbandes, listet alleine 34 Gebiete aus der Alpinen Region auf, die Österreich gemäß EU-Recht jetzt für das europäische Netz an Schutzgebieten melden muss. Dazu zählen etwa die Niederen Tauern in Salzburg und der Steiermark, das Tote Gebirge in Oberösterreich, das Obere Inntal in Tirol, der Gösselsdorfer See in Kärnten und die Dornbirner Ach in Vorarlberg. Schon vor zwei Jahren hat ein EU-Expertenseminar festgestellt, dass Österreich für Hochmoore, Schluchtwälder, Pfeifengraswiesen und alpine Flüsse noch weitere Gebiete in das Natura 2000-Netz einbringen muss. Das gilt auch heute noch.

Wenn Österreich nicht ausreichend Gebiete für Natura 2000 nennt, könnten die Gelder aus dem Landwirtschaftsfonds blockiert werden, hat EU-Umweltkommissarin Margot Wallström kürzlich erneut bekräftigt. Schon 13 Verfahren laufen gegen Österreich wegen Natura-Versäumnissen. EU-weit ist damit jeder zehnte Fall ein österreichischer. "Für Deutschland hat die Kommission schon Fördermittel eingefroren", sagt Natura 2000-Experte Ellmauer. Im äußersten Fall könnte es Klagen beim Europäischen Gerichtshof geben. Im Falle einer Verurteilung drohen Bußgelder bis zu 2,1 Mio Schilling täglich.

Anmerkung: Die Gebietsliste ist auf Anfrage beim Umweltdachverband erhältlich.

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