Greenpeace: Kein Verkauf unseres Strommarkts an Temelin-Importeur E.ON!

Temelinstromimporteur darf keine Kontrolle über heimischen Energiemarkt erlangen

Wien (OTS) - Der deutsche Atomstromkonzern E.ON will die Verbundanteile des niederösterreichischen Energieversorgers EVN, der steirischen EstAG und der oberösterreichischen Energie AG kaufen. Dadurch würde der Hauptimporteur des Temelinstroms seine Marktposition in Österreich weiter ausbauen und Atomstrom aus den osteuropäischen AKW würde verstärkt nach Österreich fließen. Die österreichischen Stromkonsumenten könnten sich dann nicht mehr dagegen wehren, dass Temelinstrom noch heuer aus ihren Steckdosen fließt", sagt Greenpeace-Energiesprecher Erwin Mayer. Greenpeace fordert daher einen nationalen Schulterschluss von Bund und Ländern gegen den Ausverkauf des österreichischen Energiemarkts an den deutschen Atomstromkonzern.

Die E.ON nützt ihre derzeitige starke Finanzmacht, um ihre Vormachtstellung in Europa weiter auszubauen und um ihre Netze zu erweitern. Nach der Entscheidung der deutschen Bundesregierung, alle AKW in den nächsten 30 Jahren stillzulegen, darf der Atommulti steuerfreie Rücklagen zur Abwrackung der deutschen AKW anhäufen. Zudem erzielt die E.ON durch den Import von schmutzigem Atomstrom aus Osteuropa zu Dumpingpreisen hohe Profite. Mit diesen Geldern will sich die E.ON nun verstärkt in Österreich einkaufen, um ihre Übertragungsnetze weiter auszubauen. Das Ziel der E.ON ist, Atomstrom auch nach Süd- und Osteuropa zu exportieren, um den Weg für Temelinstrom freizumachen.

Die E.ON wird versuchen, im Zuge der Privatisierung der österreichischen Energieversorger die Kontrolle über den Strommarkt in Österreich zu erlangen. "Die Privatisierung der heimischen Energiewirtschaft darf nicht dazu führen, dass ausländische Atomstromkonzerne die Oberhand über den österreichischen Energiemarkt bekommen", warnt Mayer. Der Greenpeace-Energiesprecher befürchtet, dass dadurch der Temelinstrom noch leichter in andere Länder Europas exportiert werden wird und unser gesamter Strommarkt in die Hände von ausländischen Atomstromkonzernen wandert.

Mayer weist auf das Beispiel der steirischen EstAG hin. Der französische Atomstromkonzern EdF hat dort die Sperrminorität und die steirische Stromversorgung ist bereits jetzt den Entscheidungen der Konzernzentrale in Paris ausgeliefert. "Die Länder und der Bund müssen nun gemeinsam gegen den Ausverkauf der österreichischen Energiewirtschaft an ausländische Atomstromkonzerne wie dem Temelinstromimporteur E.ON auftreten. Wenn die Regierung glaubwürdig gegen das AKW Temelin auftreten will, muss sie verhindern, dass Temelinstrom durch die Hintertür in die Haushalte der Österreicher geliefert wird", appelliert Mayer an Minister Bartenstein und die Landeshauptleute.

Greenpeace wird seine Kampagne gegen das AKW Temelin weiter fortsetzen. Bereits 320 Bürgermeister, die nahezu eine Million Österreicher vertreten, haben die Deklaration "Österreich frei von Temelinstrom" bereits unterschrieben. Greenpeace fordert angesichts der verstärkten Gefahr von Temelinstromimporten alle Bürgermeister auf, die Deklaration zu unterschreiben und sich aktiv gegen das tschechische Schrott-AKW einzusetzen.

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