AK: Steigende Lkw-Unfälle erfordern dringend Verbesserungen für Lkw-Lenker

Lkw-Maut muss Mitte 2002 kommen

Wien (AK) - Trotz der positiven Gesamtbilanz im Straßenverkehr weist die AK darauf hin, dass seit 1995 die Zahl der Lkw-Unfälle auf Autobahnen mit Personenschaden um fast 30 Prozent zugenommen hat. Es besteht daher für das Verkehrs- und Innenministerium dringender Handlungsbedarf. Die AK kritisiert die schlechten Arbeitsbedingungen für die Lkw-Lenker im Güterverkehr: Die Belastungen durch Arbeit unter Zeitdruck sind enorm, sagen die AK-Verkehrsexperten. Illegale Arbeits- und Entlohnungsverhältnisse sind üblich. Eine AK-Studie aus dem Vorjahr zeigte, dass 68 Prozent aller Lkw-Unfälle mehr oder weniger Folge des enormen Drucks auf die Fahrer sind. Daher fordert die AK: Strafen sollen nicht nur den Lenker, sondern verstärkt den Auftraggeber treffen, die Einführung eines schriftlichen "Fahrtauftrages" und verstärkte Kontrollen. Außerdem muss endlich ein Schritt in Richtung Kostenwahrheit im Verkehr getan werden - die Lkw-Maut darf nicht abermals verschoben werden, sondern muss - wie geplant - Mitte 2002 kommen. ****

Nicht eingehaltene Gesetzesbestimmungen im Lkw-Verkehr stellen ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Unfälle mit Lkw-Beteiligung haben häufig dramatische Auswirkungen, verursachen extrem hohe Unfallfolgekosten und gewaltige Staus.

Druck, zu schnell, zu wenig Abstand
Eine AK-Studie aus dem Vorjahr zeigte: 68 Prozent aller Unfälle sind mehr oder weniger Folge des enormen Drucks auf die Fahrer. Verantwortlich dafür sind meist die Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten und zu großer Zeitdruck. Außerdem überschreitet mehr als die Hälfte der Lkws die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, und auch die Abstände zum Vordermann sind äußerst gering.

Bessere Bedingungen für Lkw-Lenker
Die AK fordert daher:
+ Strafen für Arbeitgeber
Bestraft werden sollen die Arbeitgeber, die die Fahrer zur Verletzung der Vorschriften nötigen. Derzeit trifft die Härte der Sanktionen voll die Lenker, obwohl sie sehr häufig durch die Vorgaben der Auftraggeber zu unrechtlichem Handeln gezwungen sind. Oft kommt es zu Unfällen, weil Lenk- und Ruhezeiten oder die Höchstgeschwindigkeiten durch den Druck der Arbeitgeber nicht eingehalten werden können.

+ Einführung eines "schriftlichen Fahrtauftrages"
Die AK verlangt zur Erleichterung der Beweisführung die Einführung eines "schriftlichen Fahrtauftrages" des Unternehmers an den Lenker. Beinhaltet sollen sein: Art und Umfang der Ladung, vorgesehene Route und Zeitraum der Erledigung.
Damit wäre klar ersichtlich, ob der Lenker die Lenk- und Ruhezeitbestimmungen einhalten und sich an die Straßenverkehrsordnung halten kann.

+ Wirksamere Kontrollen
Es soll europaweit vergleichbare und standardisierte Kontrollen im Straßenverkehr geben: Die Kontrolldichte und das -niveau müssen vereinheitlicht werden. Darüber hinaus soll das derzeit gültige Mindestniveau für Kontrollen der Lenk- und Ruhezeiten deutlich angehoben werden. In Österreich sollte zur Verdichtung und Verbesserung der Verkehrskontrollen die Bundesprüfanstalt mehr Geld für die Anschaffung weiterer mobiler Prüfzüge erhalten. Auch die Kooperation zwischen Arbeitsinspektoraten, die im Betrieb prüfen, und der Verkehrspolizei bzw Gendarmerie muss intensiviert werden, damit nicht nur die Lenker für Vergehen belangt werden.

+ Kostenwahrheit im Verkehr
Der volkswirtschaftliche Schaden von Lkw-Unfällen auf Autobahnen, bei denen Menschen zu Schaden kamen, betrug in den letzten fünf Jahren fast drei Milliarden Schilling. Es ist verkehrspolitisch notwendig, dieses Leid und die damit verbunden Kosten zu senken. Daher muss es endlich zu mehr Kostenwahrheit im Verkehr kommen. Die Lkw-Maut muss wie geplant Mitte 2002 kommen und mit 4 Schilling pro Kilometer festgelegt werden.

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