AK: Uni-Ausgliederung verschlechtert Studien-Chancen

Pläne des Bildungsministeriums bedeuten noch höhere Studiengebühren und schleichenden Abbau des offenen Hochschul-Zugangs

Wien (AK) - Schlechtere Studien-Chancen für Kinder von Klein- und Mittelverdienern und für Studierende, die über den zweiten Bildungsweg auf die Uni kommen: Das bedeuten die derzeitigen Pläne der Bildungsministerin für die volle Ausgliederung der Unis aus der Bundesverwaltung, kritisiert heute, Montag, die AK. Die Unis sollen sich unter anderem aus Studiengebühren finanzieren, die höher sein können als derzeit - Studierende aus Familien von Klein- und Mittelverdienern und Berufstätige könnten sich dann ein Studium noch weniger leisten. Überdies soll den Unis gestattet werden, den offenen Zugang einzuschränken. Diese Möglichkeit könnten sie auf Grund des eingefrorenen Hochschulbudgets nur allzu gern nutzen. Die AK fordert statt der undurchdachten Ausgliederung endlich ein Gesamtkonzept für die Unis, um die Studien-Chancen für alle Studierenden zu verbessern - und ein Dienstrecht für HochschullehrerInnen, das die Qualität von Lehre und Forschung sichert und nicht die guten Leute ins Ausland vertreibt. ****

Die Studiengebühren ab Herbst 2001 sind bereits eine schwere Belastung für Kinder aus Familien von Klein- und Mittelverdienern und für Studierende, die über den zweiten Bildungsweg auf die Uni kommen, kritisiert die AK. Das endgültige "Aus" für den freien Hochschulzugang wäre es aber, wenn die Unis entsprechend den derzeitigen Plänen der Bildungsministerin ausgegliedert werden: Das Hochschulbudget wird eingefroren - und zur Finanzierung sollen die Unis noch höhere Studiengebühren als derzeit verlangen dürfen. Außerdem sollen sie für Studierende eine "kurze Eingangsphase mit Orientierungs- und Steuerungsfunktion" einführen dürfen - sprich:
eine verstärkte Selektion am Studienanfang. Eine Ausgliederung der Unis unter diesen Bedingungen lehnt die AK strikt ab.

Die Ausgliederung der Unis wäre überdies teuer - für Abfertigungen oder Sozialversicherungsbeiträge zum Beispiel müsste mehr ausgegeben werden als derzeit. Statt der Ausgliederung soll weiterhin der Staat für die Hochshulpolitik verantwortlich sein, sagt die AK - und verlangt ein Gesamtkonzept für die Unis, um die wirklichen Probleme zu lösen. Schon jetzt können viele Studierende nur mit Verzögerungen fertig studieren, weil Lehrveranstaltungen überfüllt sind, weil Räume und Personal fehlen - und weil es zu wenige Angebote gibt, damit auch Berufstätige neben dem Beruf studieren können. Am dringendsten wäre die entsprechende Budget-Ausstattung für die Unis - und der Verzicht auf Studiengebühren. Überdies lehnt die AK die derzeit geplanten Verschlechterungen des Dienstrechts für HochschullehrerInnen ab.

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