"Neue Zeit Kommentar": "Widersprüche" von Peter Kolb

Ausgabe vom 11.3. 2001

Graz (OTS) - Sozialminister Herbert Haupt wird es nicht leicht gemacht. Ist doch die Welt der Politik voller Unberechenbarkeiten und Widersprüche. Davor ist auch der Minister selbst nicht gefeit. Kaum hatte er sich daran gewöhnt, dass der Präsident des Hauptverbandes der Sozialversicherungen, Hans Sallmutter derzeit wohl nicht auszuhebeln ist, geht es schon wieder los. Diesmal fordert gleich der FPÖ-Allgewaltige selbst, Jörg Haider, Sallmutters Kopf. Zu Sallmutter hat Haupt in seiner Zeit vor Ministerehren, als Sozialsprecher der Freiheitlichen, ein korrektes Verhältnis gepflogen. Doch eine Forderung des einfachen Parteimitgliedes darf nicht einmal ein FPÖ-Minister auf die leichte Schulter nehmen. Deshalb gab es auch Haupt-Schelte für Wirtschaftskammer-Boss Christoph Leitl, mit dem auch der harmoniebedürftige Kanzler Wolfgang Schüssel bisweilen seine liebe Not hat. In der Sallmutter-Nachfolger-Diskussion hat Haupt zudem wieder den bisherigen Vizepräsident Helmut Oberchristl favorisiert, dessen OÖ-Gebietskrankenkasse das Vorjahr mit einem 100-Millionen-S-Überschuss abgeschlossen hatte. Oberchristl gilt zwar nicht als Busenfreund Sallmutters, lehnt aber eine Nachfolge des Hauptverbands-Präsidenten ab: "Es ist für mich eine Frage des Charakters, und von mir wird es keinen Judaskuss geben". Seltsam. Der Sozialminister hat plötzlich eine Vorliebe für einen Landes-Krankenkassendirekor, der doch die eben so heftig kritisierte Verfehlung des Anlegens von "Körberlgeld" begangen hat.

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