Nach Giftalarm im Parlament: Greenpeace fordert Anti-Umweltgift- Paket

EU-Umweltministerrat unzureichend, Molterer muss TBT, PVC & Co. verbieten

Wien (OTS) - Da sich die EU-Umweltminister Letzte Woche nicht auf ein
Verbot von Umweltgiften und eine strenge EU-Chemikalienpolitik einigen konnten, verlangt Greenpeace nun von Umweltminister Wilhelm Molterer ein sofortiges nationales Maßnahmenpaket. "Die Konzentrationen von Umweltgiften im Parlament haben klar gezeigt: Es muss dringend etwas geschehen! Verbote von Umweltgiften wie etwa für das Hormongift TBT oder den Massenkunststoff PVC sind nun angesagt. Außerdem müssen für den gesamten öffentlichen Einkauf in Österreich -von Schulen über Krankenhäuser bis hin zum Parlament - strenge Umweltkriterien geschaffen werden, um die Verwendung gesundheitsschädlicher Materialien auszuschließen", betonte Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster.

Schuster zeigte sich bestürzt über das völlige Schweigen von Minister Molterer zur Causa. "Offenbar haben etliche Politiker den Ernst der Lage noch nicht erfasst: Wir haben in nur zwei Stichproben im Parlament bereits hohe Kontaminationen festgestellt. Es ist nicht auszuschließen, dass Teile des Parlaments sowie andere Bundesgebäude noch weit höher mit Giften belastet sind. Im Extremfall könnte es sogar notwendig werden, einzelne Bereiche dieser Gebäude als Arbeitsplatz zu sperren. Weitergehende genaue Untersuchungen in öffentlichen Gebäuden sind jetzt jedenfalls dringend notwendig", warnte der Greenpeace-Chemiker.

Vermutete Hauptursache für die Schadstoffbelastung sind Zusätze
in
Kunststoffprodukten, insbesondere in PVC. Dieses enthält als Stabilisator oft organische Zinnverbindungen wie das Hormongift TBT. PVC-Produkten werden außerdem bedenkliche Weichmacher beigemengt -die bislang allerdings nur in Kleinkinderspielzeug verboten sind. Für Greenpeace bietet sich daher nur eine einzige Lösung: Ein genereller Verzicht auf PVC-Produkte wie etwa Bodenbeläge oder Kabel. "Täglich benützen bis zu 500.000 Menschen die Bundesgebäude allein in Wien - vom Schüler bis zum Minister. Die Bundesgebäudeverwaltung muss daher sofort aktiv werden. Als Vorbild könnte die Gemeinde Wien dienen, die bereits einen teilweisen PVC-Verzicht umsetzt", erklärte Schuster.

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