Brauner: Wien muss eine Stadt von Frauen für Frauen bleiben

Bedenkliche Tendenzen in der Frauenpolitik von schwarz-blau

Wien (SPW) "Für uns Frauen ist viel weiter gegangen in den letzten Jahren. Aber gerade jetzt müssen wir diese Errungenschaften verteidigen", stellte die Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen, Stadträtin Renate Brauner Samstag abend im Rahmen einer Podiumsdiskussion im "ega" fest. Die FPÖ/ÖVP-Regierung würde derzeit einen bedenklichen Kurs in der Frauenpolitik einschlagen. Mit der Streichung der Kinderbetreuungsmilliarde und dem Bildungskarenz würde Frauen systematisch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erschwert. Auch die drei Jahre Kindergeld seien nur vordergründig frauenfreundlich. Brauner: "Frauen leben auch noch, wenn ihre Kinder älter als drei Jahre sind. Wie sie sich dann organisieren, scheint der Regierung egal zu sein." ****

Bedenklich sei auch, dass jene Abtreibungsgegner, die derzeit vor einer Wiener gynäkologischen Klinik Frauen terrorisieren würden, von jener Rechtsanwaltskanzlei vertreten werden, der früher der derzeit amtierende Justizminister angehört habe. Dies alles seien Tendenzen, die Frauen hellhörig machen sollten.

Viele Errungenschaften für Frauen seien für junge Menschen heute selbstverständlich und der damit verbundene Kampf nicht mehr allgegenwärtig. Dazu würden zum Beispiel der Zugang zu höherer Bildung für Mädchen und die Reform des Familienrechts gehören. Trotz aller Erfolge dürfe man aber nicht vergessen, dass noch viel Arbeit bevorstehe. Als ein wichtiges Anliegen bezeichnete Brauner, dass in allen Bereichen der Kommunalpolitik darauf geachtet werde, welche geschlechterspezifischen Auswirkungen Entscheidungen haben können.

"Eigenständigkeit" sei das vorrangige Ziel in der Frauenpolitik. Frauen dürften sich in Zukunft nicht mehr über Männer definieren. "Ich möchte, dass Mädchen nicht mehr vom Prinzen träumen, sondern davon, Apple neu zu gründen", so Brauner. Ein wichtiges Anliegen sei auch, dass Mädchen die Möglichkeit geboten werde, den öffentlichen Raum zu erobern. Weiters müsse man die geschlechtssensible Erziehung noch mehr forcieren. Auch im Internetbereich hätten die Frauen noch Aufholbedarf. Weltweit wäre nur ein Drittel der Internetuser weiblich. Gerade die SPÖ Wien würde durch zahlreiche Projekte versuchen, die Situation in diesen Bereichen zu verbessern.

Neben dem Frauenthema wurde auch über Ausländerfeindlichkeit diskutiert. "Ausländerfeindlichkeit ist unwirtschaftlich und schlichtweg dumm", stellte Brauner klar. Gerade zu Zeiten des EU-Osterweiterungsprozesses, in denen es wichtig sei, Wien als weltoffenen Wirtschaftsstandort zu präsentieren, wären ausländerfeindliche und isolationistische Tendenzen wenig hilfreich. In Wien sei es noch immer üblich, Mehrsprachigkeit als Makel anzusehen. Während andere Länder Unsummen in Sprachoffensiven investieren würden, existieren in Österreich noch immer Politiker, die Zugangsbegrenzungen zu Schulen für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache fordern würden. (Schluss) sw

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