"profil": Talkshowgäste der Sendung "Vera" behaupten: "Es war alles Lüge!"

Am 11. Jänner wurde Michael Schiessl, 39, bei "Vera" als "männliche" Jungfrau vorgeführt. Am 1. März wurde er mit der Frau, die ihn zum Mann gemacht haben soll, präsentiert. Heute erklären sowohl Michael Schiessl als auch Brigitte Cefariello, 43, die Geschichte sei vom ORF frei erfunden worden

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, erklärt Michael Schiessl, der in der "Vera"-Sendung vom 1. März mit der Frau vorgeführt wurde, die den 39jährigen zum Mann gemacht haben soll: "Zwischen Brigitte und mir war nichts. Ich bin noch immer Jungfrau." Vor laufender Kamera hatte Schiessl, der nach zwei schweren Kopfoperationen, so sein Vater Gerhard Schiessl "nur 70 Prozent Leistungsfähigkeit hat", dennoch auf Russwurms Frage, wie sich denn nach dem ersten Mal sein Leben verändert hatte, gesagt: "Es war sehr schön. Ich fühle mich erleichtert und endlich als ganzer Mann." Schiessl erklärt, dass die zuständige Redakteurin Nicole Brande den Satz vorher mit ihm einstudiert hat: "...Sie hat mir gesagt, die Vera würde am Schluss diese Behauptung aufstellen und ich soll dann diesen Satz aufsagen. Drei, vier Mal hat sie das geübt." Die Bedeutung des Satzes hätte er zu diesem Zeitpunkt nicht realisiert: "Ich war zu aufgeregt. Ich konnte gar nicht nachdenken."

Brigitte Cefariello, 43, erklärt in diesem Bericht, dass sie nur unter der Bedingung in die Sendung gegangen wäre, dass weder Liebe noch Sex ein Thema wären. Die Wiener Physiotherapeutin, die sich mit Schiessl drei Mal getroffen hat, versuchte nach Aufzeichnung die Sendung zu verhindern: "Es wurden Tatsachen verdreht, mir Inhalte verschwiegen und die Antwort von Herrn Schiessl, das er mit mir Sex gehabt hat, ist gelogen."
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Vera Russwurm zu den Vorwürfen: "Ich vertraue da hundertprozentig auf die sorgfältige Recherche meiner Redaktion. Niemals würde ich zustimmen, dass ein behinderter Mensch in Zusammenhang mit Partnersuche bei "Vera" auftritt. Schiessl ist mündig und aus freien Stücken zu uns gekommen....Ich habe mich bei seinem zweiten Auftritt sehr gefreut, dass er so eine liebenswürdige Frau gefunden hat." Programmintendantin Kathrin Zechner erklärt, dass sie "für ihre Mitarbeiter jederzeit die Hand ins Feuer legen würde": "Ich möchte feststellen, dass Studiogästen von Seiten der ORF-Redaktionen nicht nur mit journalistischer Sorgfaltspflicht, sondern auch mit Respekt und Verantwortung begegnet wird."

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