Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Haider "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Haiders Humor, Schüssels Angst

Ausgabe vom 11. März 2001 Klagenfurt (OTS) - Haiders Humor, Schüssels Angst. Die Sache gehört noch nicht zu den Akten gelegt. Ist noch nicht abgetan - selbst für den Fall, dass Jörg Haider seine Fans unsichtbar augenzwinkernd wissen lässt:"Meinetwegen entschuldige ich mich." Es gibt nichts zu entschuldigen. Nicht im Ernst - und im Spaß schon gar nicht. Von Haiders jüngstem Ausritte ins letztklassig Spekulative ist also -nach wie vor - die Rede. Weil"s notwendig ist. Weil nicht genug davor gewarnt werden kann, gewisse Regungen via Faschingssphäre oder Bierzelt salonfähig zu machen. Dass Haider im Rahmen seiner berüchtigten Aschermittwochrede antisemitische Töne angeschlagen hat, mag schwierig zu beweisen sein. Doch wer aus seinen Worten die gewissen Tendenzen abzuleiten bereit ist, wird gewusst haben, was eben auch gemeint sein könnte - Grund genug, zufrieden zu nicken und das Bierkrügel hochzustemmen. Zu fragen bleibt, wer imstande ist, den gefährlichen Kurs dieses die Bundesregierung regierenden LH zu korrigieren. Kanzler Schüssel gewiss nicht. Das antisemitisch auszulegende, gegen den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde geschleuderte Aschermittwoch-Wortspiel ("Ich verstehe überhaupt nicht, wie einer, der Ariel heißt, so viel Dreck am Stecken haben kann") hat Schüssel jedenfalls verharmlost, indem er sich - nach Tagen - lediglich zu einer sanften "Ermahnung" aufraffte, eher beiläufig vorschlug, keine Scherze mit Namen, kein angedeutetes Spiel mit Antisemitismus vorzunehmen. Von einem österreichischen Kanzler wäre mehr zu erwarten gewesen. Zum Beispiel Mut.

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