"Kleine Zeitung" Kommentar: "Entmannt" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 9.3.2001

Graz (OTS) - Die Bünde sind schon tot, die Länder, wenn man dem Zeugnis des Wiener Wahlkämpfers Bernhard Görg trauen darf, auf dem absterbenden Ast: Die ÖVP degeneriert zur Kanzler-Claque.

Wolfgang Schüssel braucht kurz nur zu reden und das nüchterne Urteil, dass die neue Ambulanz gebühr in den Spitälern ein kaum durchführbarer "Schwachsinn" sei, weicht einem alles überstrahlen den "Glücksgefühl" über große Würfe. So und bis zum Beweis des Gegenteils ist der Eigendarstellung Glauben zu schenken spielen sich neuerdings Parteisitzungen ab.

Der Boss lenkt, der Rest nickt gläubig und entdeckt den eigenen Kopf allen falls in der Entfernung wieder. Landläufig beschreibt das Zustände in Sekten. Für demokratische Parteien geht es zumindest dem Anspruch nach darum, sich mit rationalen Argumenten über eine Sache auszusprechen.

Langjährige Macht korrumpiert, behaupten die Historiker. Sie laugt zumindest bis zur Unkenntlichkeit aus; das führt uns die SPÖ gerade vor. Die VP demonstriert, dass neue Macht allenfalls blendet, aber jedenfalls nicht gescheiter macht. Dass die Selbstentman nung so affenartig geschwindig passiert, ist freilich überraschend. ****

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