Euro-Umstellung: Ein Viertel der Unternehmen noch nicht vorbereitet

Domany und Haiden stellen neueste Umfrageergebnisse zum Umstellungsstand der österreichischen Betriebe und den Euro-Aktionsplan der Wirtschaftskammern vor

Wien (PWK179) - Nur mehr 298 Tage trennen uns von der Euro-Bargeldumstellung. Trotz dieser kurzen Zeitspanne haben zahlreiche Unternehmen in Österreich noch nicht mit der Vorbereitung auf die neue Währung begonnen. Laut neuester Umfrage der Wirtschaftskammer unter ihren Mitgliedern machen diese "Schlusslichter" rund ein Viertel der Betriebe aus. "Vor allem kleine Unternehmen haben noch vergleichsweise selten Umstellungsaktivitäten gesetzt: bei den reinen Familienbetrieben sind dies 42 %, bei Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern gilt dies hingegen nur für 10 %", berichtet WKÖ-Vizepräsident Rene Alfons Haiden, heute Donnerstag, vor Journalisten.

Ihre Umstellung abgeschlossen haben bis Februar 2001 17 % der österreichischen Unternehmen, 21 % befinden sich in der Endphase und 24 % sind zumindest teilweise fertig. "Damit haben fast zwei Drittel der heimischen Betriebe die Arbeiten entweder abgeschlossen oder befinden sich mitten in der Arbeit. Ende 1999 waren es rund 40 %", so Haiden weiter.

"Den Euro als Hauswährung verwenden erst 6 % der Unternehmen in Österreich", analysiert der Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Christian Domany. "25 Prozent planen heuer im 1., 2. oder 3. Quartal umzustellen und das Gros, rund zwei Drittel, sehen den Umstellungsstichtag im 4. Quartal vor." Auch hier zeigt sich ein Abwarten vor allem der Klein- und Kleinstbetriebe. Als Dauer für die Euro-Umstellung veranschlagen zwei Drittel der Betriebe etwa zwei Monate. "Je größer der Betrieb, desto länger wird die Umstellungsdauer angegeben", weiß Domany. Die erwarteten Umstellungskosten liegen laut Umfrageergebnisse bei einem guten Viertel der Betriebe unter ATS 20.000,--, bei einem weiteren Viertel höher als ATS 200.000,-- und beim Rest zwischen diesen Beträgen.

Als die am stärksten von der Umstellung betroffenen Bereiche werden Buchhaltung, Zahlungsverkehr, Preisauszeichnung und EDV-Software genannt. 2001 stehen verstärkt Kassen/Automaten und Mitarbeiterschulung im Mittelpunkt. "Genau auf diese aktuellen Umstellungsbereiche fokussieren wir heuer unsere Euroinformations-Aktivitäten", erklären Domany und Haiden. So werden heuer spezielle Mitarbeiterschulungs-Materialen publiziert, eine Euro-Hotline aktiviert, an dem Euromobil und Eurotrain 2001 gemeinsam mit der Euroinitiative der Bundesregierung teilgenommen und verschiedenste neue Infobroschüren verteilt, die u.a. auf die notwendige doppelte Preisauszeichnung eingehen. "Diese ist zu einem der wichtigsten Themen geworden und erfreulicherweise zeichnen bereits zwei Drittel aller Unternehmen in Schilling und Euro aus. Wir freuen uns auch, dass die Wirtschaftskammern als ein wichtiger Euro-Informationspartner von den österreichischen Unternehmen noch stärker als bisher in Anspruch genommen wird."

Als sinnvolle Hilfestellungen für die heimische Wirtschaft empfiehlt die WKÖ die Euro-Startpakete, die Unternehmen ab 1.9.2001 im Wert von ATS 2.000,-- und die Konsumenten ab 15.12.2001 im Wert von ATS 200,-- erwerben können. Damit die bargeldintensiven Wirtschaftszweige -insbesondere der Handel, die eigentliche "Wechselstube der Nation" -den Bedarf an Wechselgeld optimal planen können, wurde von STUZZA und WU Wien ein eigenes Computerprogramm dafür entwickelt. Der sogenannte "Euro-Calculus erleichtert die Wechselgeldberechnung für die duale Währungsphase, wie bisherige praktische Umsetzungsbeispiele zeigen, enorm.

"Alles in allem wird also heuer an allen Schwachstellen und eventuellen neuralgischen Punkten aufmunitioniert, damit auch die kleinsten Betriebe und letzten Schlusslichter den Anschluss an die neue Währung nicht verpassen". Letztendlich werde die Euro-Umstellung in Österreich durchaus gut bewältigt werden, blicken Vizepräsident und Generalsekretär der WKÖ optimistisch in die Zukunft. (Ne)

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