Prammer: Regierung arbeitet gegen fortschrittliche Frauenpolitik

Wien (SK) "Kindergeld und die Männerabteilung sind nur ein Zeichen dafür, dass für die Regierung fortschrittliche Frauenpolitik nicht stattfinden darf und ein konservatives Weltbild durchgesetzt werden soll", sagte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer Donnerstag bei einer Pressekonferenz des unabhängigen Frauenforums, die anlässlich des internationalen Frauentages stattfand. "Seit ein paar Tagen - den Vortagen zum internationalen Frauentag - zeigt die Regierung ihr wahres Gesicht. Nach Ansicht und nach Äußerungen der Regierung ist die fortschrittliche Frauenpolitik überzogen, es ist genug damit, sie sollte beseitigt werden", so Prammer. Frauen sollten nach Wunsch der Regierung zu Haus, Herd und Kinder zurückkehren, wenn sie Beruf zusätzlich wollten, müssten sie besonders stark und durchhaltefähig sein und das ginge zu ihren eigenen Lasten. Beides zusammen sei nicht vorstellbar, die Wahl sei nicht vorhanden, kritisierte Prammer. ****

Die Arbeit, in die Köpfe der Männer zu bringen, dass Hausarbeit und Kindererziehung nicht reine Frauensache ist, sei zu einem Ende gebracht worden, obwohl sie noch lange nicht am Ende gewesen sei. Prammer sprach sich für ein existenzsicherndes Einkommen unabhängig vom Mann aus und forderte Rahmenbedingungen, die der Frau Erwerbsarbeit ermöglichten.

Prammer betonte, "in den vergangenen 30 Jahren Frauenpolitik, an denen die SPÖ maßgeblich beteiligt war, ist viel geschehen - das gibt sogar die Regierung zu, wenn sie davon spricht, dass Schluss sein muss mit der überzogenen Frauenpolitik. Dass wir noch lange nicht am Ziel waren und dass vieles zu langsam ging, bestreitet niemand."

Prammer hob eine Studie über die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern hervor, die noch unter der alten Regierung gestartet wurde: Darin sei festgehalten, dass eine Ursache für die Einkommensunterschiede die lange Berufsunterbrechung sei. Wenn man das mit dem Kindergeld jetzt weiter unterstütze, "will man offenbar, dass die Einkommensschere wächst", bekräftigte die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende. (Schluss) ts

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

Pressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK