Aktion zum Frauentag

Wiener Integrationsfonds und Migrantinnenvereine fordern: "Ich will arbeiten. Weg mit dem Ausländerbeschäftigungsgesetz!"

Wien, (OTS) Anlässlich des internationalen Frauentages hat
der Wiener Integrationsfonds (WIF) gemeinsam mit Wiener Migrantinnenvereinen eine Aktion zur Abschaffung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes gesetzt. Das Ausländerbeschäftigungsgesetz stellt vor allem für Migrantinnen, die erst kurze Zeit in Österreich leben, eine enorme Barriere beim Zugang zum Arbeitsmarkt dar. Bei Frauen, die im Rahmen des Familiennachzugs nach Österreich kommen, verstärkt es ihre Abhängigkeit von den Ehemännern. Um eine entsprechende Öffentlichkeit für dieses so wichtige Thema zu erreichen, hat der Fonds gemeinsam mit Migrantinnenvereinen das Gebäude des WIF in
der Mariahelfer Straße mit einem Riesentransparent unter dem Titel "Ich will arbeiten. Weg mit dem Ausländerbeschäftigungsgesetz!" verhüllt.

Der Wiener Integrationsfonds und die Migrantinnenvereine
wollen mit dieser Aktion ihre langjährigen Forderung nach freiem Zugang zum Arbeitsmarkt für ALLE niedergelassenen Drittstaatsangehörigen unterstreichen.****

Migrantinnen brauchen für selbstbestimmtes Leben einen
eigenen Aufenthaltstitel und freien Zugang zum Arbeitsmarkt ab dem Einreisezeitpunkt

Derzeit stellt sich die Situation so dar, dass das Aufenthaltsrecht von Frauen, die zwecks Familienzusammenführung nach Österreich kommen, mit ihren Männern steht und fällt. Für die stellvertretende Geschäftsführerin des Integrationsfonds ein unhaltbarer Zustand, der Frauen in Abhängigkeit von ihren Ehemännern hält. Eckhart dazu wörtlich: " Wir fordern daher einen selbständigen Aufenthaltstitel für Frauen, die Familienangehörige sind, sowie freien Zugang zum Arbeitsmarkt ab dem Einreisezeitpunkt". Dass Frauen derzeit nicht arbeiten können, verschlechtere zudem insgesamt die ökonomische Situation zugewanderter Familien. Viele von ihnen seien dadurch extrem armutsgefährdet, so Eckhart weiter.

Ausländerbeschäftigungsgesetz mit seinem gestuften Zugangssystem fördert Ausbeutung und Lohndumping

Die gegenwärtige rechtliche Situation ist für Migrantinnen mehr als unbefriedigend. Frauen, die im Rahmen restriktiver Familiennachzugsquoten zu ihren Männern ziehen, können grundsätzlich erst nach vier Jahren um Beschäftigungsbewilligung ansuchen. Dabei sind sie nochmals einer Zugangsquote unterworfen.

Eine weitere Fußangel für ausländische ArbeitnehmerInnen: Die auf ein Jahr befristete Beschäftigungsbewilligung wird dem Arbeitgeber ausgestellt und fördert so die Abhängigkeit auch in diesem Lebensbereich. Und auch die nach einem bzw. nach fünf
Jahren erteilten Arbeitsberechtigungen können nach Zeiten längerer Arbeitslosigkeit wieder verloren gehen.

Sowohl die hohen Zugangshürden zu erstmaliger legaler Erwerbstätigkeit sowie die gestuften Berechtigungen, die, wie erwähnt, wieder verloren gehen können, verkehren den vermeintlichen Schutz des Gesetzes (Einhaltung kollektivvertraglicher Lohn- und Arbeitsbedingungen) klar ins Gegenteil. Dies schadet in letzter Konsequenz ALLEN ArbeitnehmerInnen.

Forderung an die Bundesregierung: Wer hier lebt, muss auch arbeiten dürfen

Der Wiener Integrationsfonds und die Migrantinnenvereine fordern daher anlässlich des internationalen Frauentages die Bundesregierung auf, gemäß dem Grundsatz "wer hier lebt, muss auch arbeiten dürfen" rasch entsprechende rechtliche Schritte zu setzen und mit dem Aufenthaltsrecht uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. (Schluss) gph

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