AKNÖ: Arbeiter verlieren ihr Geld bei Krankheit

Arbeiterkammer Präsident Staudinger fordert Wiedereinsetzung des Arbeiterfonds und volle Abgeltung der Urlaubsansprüche.

(OTS).- Die Arbeiterkammer Niederösterreich zieht eine Bilanz zu den Auswirkungen politischer Maßnahmen für betroffene ArbeitnehmerInnen in Niederösterreich. Was am Beispiel der Besteuerung von Unfallrenten und Einführung von Ambulanzgebühren schon offensichtlich ist -nämlich die fatalen Auswirkungen zu schnell getroffener Entscheidungen für Mittel- und Kleinverdiener - ist nur die Spitze des Eisberges.
AKNÖ-Präsident Josef Staudinger: "Die Fälle, in denen Arbeiterinnen und Arbeiter die Kündigung erhalten, wenn sie krank werden, nehmen drastisch zu. Diese Menschen verlieren nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihr Geld. Denn die Dienstgeber wollen sich das Krankengeld sparen und ihre Verantwortung auf die Krankenkassen abwälzen."

Wie es dazu kommen konnte, erklärt AKNÖ-Rechtsexperte DDr. Massl:
"Wenn ein Arbeiter krank wurde, erhielt der Unternehmer bisher aus dem Entgeltfortzahlungsfond den Großteil des Krankenentgelts zurück. Die Regierung löste trotz vehementer Warnhinweise seitens der AK am 1.10.2000 diesen Fonds auf und verwendete die Mittel für die Budgetsanierung."
Ein typisches Beispiel ist Herr R., für den die AKNÖ ein laufendes Verfahren beim Arbeitsgericht führt. Nach einem Arbeitsunfall behauptete der Arbeitgeber, dass die Kündigung schon vereinbart war und meldete ihn einfach rückwirkend bei der Krankenkasse ab.
Die massiven Verschlechterungen für Arbeitnehmer spiegeln sich auch in der vorliegenden Bilanz der AKNÖ- Rechtsberatung: Unglaubliche 549 Millionen konnten im letzten Jahr alleine in diesem Bereich für AK Mitglieder hereingebracht werden. Im Vergleich dazu betragen die Einnahmen aus der AK Umlage für das Jahr 2000 ca. 535 Millionen Schilling.
Kritisch äußerte sich AKNÖ-Präsident Staudinger auch zur neuen Regelung der Urlaubsabgeltung: " Vor allem Beschäftigte, deren Arbeitsverhältnisse oft aufgelöst werden, sind betroffen. Das sind gleichzeitig Branchen mit niedrigen Löhnen, atypischer Beschäftigung und hohem Frauenanteil."
Die Regierung änderte im Urlaubsgesetz die Berechnungsart der Abgeltung des Urlaubsanspruchs. Wenn das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird, also bei Kündigungen, einvernehmliche Auflösungen etc., werden die Urlaubstage nur noch aliquot ausbezahlt. Es kommt zu einer z.T. dramatischen Umverteilung von den Arbeitnehmern hin zu den Arbeitgebern. Zum Beispiel verliert eine Arbeitnehmerin mit einem Monatseinkommen von öS 20.000,-- brutto dadurch rund 25.000 Schilling. Wer öS 30.000 brutto verdient, verliert runde 27.000 Schilling.
Präsident Josef Staudinger: "Die Beispiele zeigen sehr eindringlich, worum es hier geht. Die Situation für die berufstätigen Menschen verschlechtert sich deutlich. Im Krankheitsfall erleben Arbeiterinnen und Arbeiter ungeheuerliches - viele werden nämlich einfach gekündigt. Und bei allen Kündigungen verlieren Arbeiter und Angestellte ab sofort viel Geld. Dass von diesen Maßnahmen vor allem auch Frauen betroffen sind, möchte ich heute, am Weltfrauentag, noch besonders in Erinnerung rufen!"

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