Rieder: Europäische Züge fahren zum "Pickerl" nach Wien

Spatenstich für einzigartigen Klima-Wind-Kanal in Wien

Wien, (OTS) "Mit der Errichtung des neuen Klima-Wind-Kanals
auf den Pauker-Gründen verfestigt Wien seine Position als international anerkannter Technologie-Standort" erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder am Donnerstag im Rahmen des Spatenstichs für diese weltweit einzigartigen Einrichtung. Am Spatenstich nahmen auch der Bezirksvorsteher des
21. Bezirks, Ing. Heinz Lehner, und Infrastrukturministerin Dr. Monika Forstinger teil. Die Fertigstellung des neuen Wiener Klima-Wind-Kanals ist bis Ende 2002 geplant.

Rieder: "Der Klima-Wind-Kanal ist ein weiteres Beispiel
dafür, wie sehr Wien zum Zentrum für innovative Technologien in Österreich wurde. Laut Angaben der Austrian Business Agency findet mehr als die Hälfte der ausländischen Betriebsansiedlungen in Österreich bereits in der Bundeshauptstadt statt. Wien hat in diesem Bereich Österreich also schon überrundet, konnte doch allein im Jahr 2000 die Zahl ausländischer Betriebansiedlungen in Wien um 70 Prozent erhöht werden, 40.000 der insgesamt 60.000 österreichischen IT-Arbeitsplätze befinden sich in Wien."****

Das Projekt Klima-Wind-Kanal

Der Klima-Wind-Kanal wird weltweit die einzige Anlage sein,
in der das Testen von Schienenfahrzeugen unter extremen
klimatischen Bedingungen möglich ist. Die Fahrzeuge können dabei auf Thermischen Komfort (Heizung, Lüftung, Klimatisierung), Funktionsweise verschiedener Bauteile (Bremsen, Türen) und Systemverhalten (etwa "Kaltstartverhalten") geprüft werden.

All diese Tests sind Voraussetzung zur Zertifizierung der Fahrzeuge nach internationalen Normen. "Alle europäischen Züge müssen nach Wien zum Pickerl fahren" bemerkte dazu Rieder. Im bestehenden Klima-Wind-Kanal im Arsenal werden derzeit ca. 25 Fahrzeuge jährlich getestet, zu den "Prüflingen" gehören alle wichtigen und innovativen Züge wie der französische TGV, der britische Eurostar, der deutsche ICE und der italienische
Pendolino. Nach nunmehr 40 Betriebsjahren nähert sich die Anlage dem Ende ihrer technischen Nutzungsdauer und muss ersetzt werden.

"Die Entscheidung der internationalen
Schienenfahrzeugindustrie für den Standort Wien ist ein Beleg dafür, welche Anerkennung der Technologiestandort Wien im Ausland genießt" zeigte sich Rieder erfreut. Drei der fünf größten Weltkonzerne der Schienenfahrzeugindustrie - die Siemens Verkehrstechnik für Fahrzeuge, Bombardier für Stadtbahnen und ADtranz für Elektromotore - haben ihre Kompetenzzentren in Österreich angesiedelt. 50% Exportanteil, über 8.000 Mitarbeiter und Gesamtumsätze über 15 Milliarden Schilling belegen deutlich die volkswirtschaftliche Bedeutung der österreichischen Schienenverkehrstechnik und ihrer Zulieferbetriebe.

Rieder: "Die technologiepolitische Offensive der Stadt Wien wird durch den neuen Klima-Wind Kanal um einen wichtigen
Mosaikstein erweitert." Das Twin-Konzept der Stadt Wien sieht einerseits die Errichtung des "TechGate Vienna" auf der "Donauplatte" für Informations- Kommunikations- und Telekommunikationsunternehmen vor, andererseits werden flächenintensive Projekte, vor allem auf dem Gebiet der Verkehrstechnik, auf den "Pauker-Gründen" im 21. Bezirk verwirklicht.

Die Gesamtkosten für die Neuerrichtung des Klima Wind Kanals belaufen sich auf 900 Mio. ATS. Die Stadt Wien gewährt ein nachrangiges Darlehen von 181 Mio. ATS, in dem das Grundstück auf den Pauker-Gründen enthalten ist (Wert bei 61 Mio. ATS). Rieder:"Die Stadt Wien leistet damit einen nicht unerheblichen Beitrag zur Finanzierung." Die Errichtungs- und Besitzgesellschaft ist die Rail Test & Research GmbH (RTR), eine Tochtergesellschaft der zu 100% im Eigentum der Republik Österreich stehenden Schieneninfrastrukturgesellschaft mbH (SCHIG). Die Betreibergesellschaft Rail Tec Arsenal, die einen dreißigjährigen Pachtvertrag mit der RTR hat, steht zu 40% im Eigentum der österreichischen Arsenal Research GmbH und zu 60% im Eigentum der westlichen europäischen Schienenfahrzeugindustrie sowie der internationalen Gemeinschaft der Schienenfahrzeugindustrie (UIC).

Den Auftrag zum Bau des neuen Klima-Wind-Kanals hat ein Konsortium unter Federführung der VA TECH VOEST MCE erhalten. Die VA TECH VOEST MCE liefert (neben der Konsortialführung) den Spezialbaustahl mit einem Gesamt-Auftragsvolumen von 370 Millionen Schilling. Die VA TECH ELIN EBG liefert die gesamte Heizungs-, Klima-, Lüftungs- und Sanitärtechnik, die Antriebstechnik inklusive Motoren, Frequenzumrichter und die Energieversorgung mit einem Auftragswert von 330 Millionen. Rieder: "Damit haben es österreichische High Tech Unternehmen geschafft, den größten Anteil des Auftrags an Land zu ziehen."

Der neue Klima-Wind-Kanal wird aus einem großen und einem kleinen Kanal bestehen, der im Tandem eine Länge bis zu 100 Metern aufweist (alter KWK: 26m in der Fahrversuchskammer). In Reisezugwagen werden Geschwindigkeiten über 300 km/h simulierbar sein (alter KWK: 250 km/h). (Schluss) nk

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