Berufsbild des Spediteurs wird neu definiert

Spedition und Logistik vor neuen Herausforderungen

Wien (PWK178) - Immer mehr Konsumenten wünschen Waren und Dienstleistungen "hier" und "jetzt". Der leichte Zugang zum Internet und die hochentwickelten Kommunikationstechnologien zwingen zu neuen Vertriebseinrichtungen mit entsprechenden Organisationsstrukturen, Know-how und Technologie. Im Speditions- und Logistikbereich genügen daher die "klassischen" Einrichtungen nicht mehr. Je stärker z.B. das Prinzip "just in time" gilt, desto komplexer wird die Logistik. Spediteure und Logistiker werden zu spezialisierten Organisatoren, die mittels hochdifferenzierter Vertriebssysteme und Kommunikationsnetze die Waren- und Dienstleistungsströme "managen". Damit diese Aufgabe qualitativ hochwertig erfüllt werden kann, bedarf es neben der Technologie aber eines entsprechenden Bewusstseins sowie vertiefter Kenntnisse des Berufsfeldes, des Marktes, der Marktanforderungen und des Konsumverhaltens. Das eigene Management muss reibungslos funktionieren und in der Lage sein, die Prozesse nach den Zielformulierungen optimal zu gestalten.

Organisationen der Wirtschaftskammer leisten da hervorragende Arbeit. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg ist z.B. Schrittmacherin bei der Etablierung des neuen Berufsbildes "Logistiker". Die Fachgruppe Spedition + Logistik der WK Vorarlberg unter Vorsitz von FG-Vorsteher Roland H. Handl setzte in den vergangenen Jahren wichtige Akzente in der Bildungsschiene. Es wurden nicht nur das reguläre Ausbildungskonzept erneuert und angepasst, sondern Überlegungen für eine gänzlich neue Ausbildung des Lehrberufs "Logistiker" angestellt und Wege zu ihrer Umsetzung geöffnet.

Die neue, erweiterte Form des Logistikers versteht sich als Organisator und kompetenter Dienstleister mit entsprechender Ausbildung und Schulung im Prozessmanagement, technischer und organisatorischer Logistik sowie effizienter Kommunikation mit allen Schaltstellen der Lieferanten und Kunden aus Wirtschaft und Gesellschaft. Spedition und Logistik sind mehr als Verteiler. Sie sind Manager hochkomplexer Systeme und Prozesse unter Einschaltung diverser "Subsysteme". Das verlangt eine neu orientierte Schulung, ein neues Selbstverständnis und einen neuen Qualitätsbegriff, sowie die Abstimmung nationaler Richtlinien und Rahmenwerte mit EU-Einrichtungen und EU-Anforderungen.

Grund genug, in neue Konzeptionen zu gehen und das Berufsbild des Spediteurs neu zu definieren. Roland H. Handl hat dazu im Fachverband Spedition und Logisitik der WKÖ ein Projektteam konstituiert, welches sich exakt dieser Thematik annimmt und Vorschläge ausarbeitet für die Erweiterung der Lehrpläne an den Berufschulen in Mitterdorf, Braunau und Wien. Die Ausbildung soll nach 3 Jahren in konventioneller Form abgeschlossen sein, jedoch sollte durch ein 4. Lehrjahr die fachliche Kompetenz in der Logistik gelehrt werden. Wer diesen erweiterten Aufwand der Ausbildung auf sich nimmt, dem sollte es nach Abschluss des gesamten Ausbildungslehrganges in Form von ELA-Punkten erleichtert werden, das Diplom im Logistikmanagement abzulegen. In weiteren Weiterbildungsschritten kann dann im postgradualen Weg der MBA-Titel Master of Logistics erworben werden. Die Projektgruppe unter Handl will in engen und direkten Kontakten mit Handel, Industrie und Schulen Kooperationen eingehen, um eine gesamtheitliche "Logistikausbildung" zu ermöglichen. (hp)

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