08. März 2001: Hauptsache es ist Hauptsache

Die Enthauptung der Frauenpolitik

Wien (ÖGJ-NÖ/ÖGB). Das Frauen zur "Haupt"sache werden kommt aus der Sicht junger Frauen überhaupt nicht in Frage. Die von der Bundesregierung hauptsächlich betriebenen Einsparungen stellen für junge Frauen in Niederösterreich eine nicht hinzunehmende Provokation dar.++++

Das erste Mal seit dem Bekenntnis einer Bundesregierung aktiv Frauenarbeit zu betreiben, spricht man ihnen nun wieder das Recht ab, ihre Angelegenheiten selber zu vertreten und umzusetzen. Die Zusammenlegung des Frauenministeriums mit dem Ministerium für Soziales, Sicherheit und Generationen stellt einen Schlag in das Gesicht junger engagierter Frauen dar, deren Angelegenheiten nun von einem gelernten Tierarzt vertreten werden, stellte die Frauenvorsitzende der ÖGJ-NÖ Sonja Windpassinger im Rahmen des Internationalen Frauentages fest.

Die Frauenpolitik der FPÖ, die sich scheinbar in einen einzigen Satz; wiederspiegelt "Hauptsache es ist Hauptsache", ist eine Beleidigung für jede politisch engagierte Frau in Österreich. Vor allen Dingen deshalb, weil der zuständige Minister nicht in der Lage ist Frauenpolitik von Familienpolitik zu trennen.

Der nun geschaffene Kinderbetreuungsscheck ist ein typisches Beispiel, welchen Stellenwert die Frau in der Gesellschaft in Zukunft einnehmen soll.

Mit ca. ÖS 6.000,-- ruhig gestellt und nach 24 Monaten zur Kündigung freigegeben, werden Frauen in Zukunft in eine arbeitsmarktpolitische Sackgasse geführt die letztendlich nur reichen Unternehmerinnen und Bäuerinnen etwas bringen wird, da diese beiden Gruppen sich auch in Zukunft um ihren Arbeitsplatz keine Sorgen machen müssen.

Vor allem die letzte Gruppe, die Bäuerinnen, müssten sich durch den unermüdlichen Einsatz von Haupt in der BSE Krise doppelt gut vertreten vorkommen.

Womit der Minister scheinbar doch bewiesen hat, das BSE und Frauenpolitik in Österreich zusammen gehören! (aw)

ÖGB, 8. März 2001
Nr. 174

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