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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Von Klärschlamm und Frauennöten

Utl.: Ausgabe vom 8. März 2001=

Frausein ist die eine Sache. Frauenpolitik die
andere. Und die Umsetzung gesellschaftlicher Wertvorstellungen durch die Politik eine dritte. Wie sehr unserer Regierung frauenrelevante Themen ein Anliegen sind, zeigt nicht bloß die Wegrationalisierung des eigenständigen Frauenministeriums. Zeigt auch nicht die Einsetzung eines männlichen Frauenchefs. Und auch nicht die Installierung eines Männerbüros im Frauenressort. Schon gar nicht der "familienpolitische Meilenstein" Kindergeld, den der damalige Kärntner Landeshauptmann-Kandidat Jörg Haider (damals Kinderscheck) im November 1998 wörtlich als "effektivste Maßnahme zur Bereinigung des Arbeitsmarktes" ins Wahlkampfrennen geworfen hat.
Nein. Über solche "Nebensächlichkeiten" sieht Frau im dritten Jahrtausend großzügig hinweg. Für sie gilt es, Energie, Nerven, Zeit in anderes zu investieren. Zu investieren in den Spießrutenlauf, den das Frausein ihr aufzwingt. Ganz besonders dann aufzwingt, wenn sie unverfroren nach einer sicheren, gesicherten und zukunftssichernden Position im Berufsleben Ausschau hält. Gleichzeitig aber - ganz frech - ein Familiendasein leben möchte.
Eine Anmaßung? Eine feministische Hysterie? Die Männerwelt begeht auf - und hält als Ausweg ein Kindergeld parat. Ein Kindergeld für nicht berufstätige Mütter! Ein Zuckerl, mit dem man glaubt, auf den Stein der Weisen im Kampf gegen Frauennöte gestoßen zu sein. Da spielt es wohl auch keine Rolle mehr, wenn die FPÖ just am Frauentag den "Klärschlamm" zum Thema der Landtagssitzung erhoben hat...

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