Tunnelsicherheit / Feuerwehr schlägt Alarm/ siehe auch OTS0035/10.4.99

Wien (OTS) - Der Österr. Bundesfeuerwehrverband wandte sich in der Vorwoche in einer Aussendung (OTS0184 v. 26.2.01) an die Öffentlichkeit, in dem er darauf hinwies, dass in Österreich bisher keineswegs die erwarteten Konsequenzen aus den großen Tunnelkatastrophen bisher gezogen wurden. Seine Forderung:
".....sowohl für die Straßen- als auch für die Eisenbahntunnel umfassende Evaluierungen dieser Ereignisse und eine Überarbeitung der entsprechenden Richtlinien unter Teilnahme der Feuerwehr"!

Damit teilt jetzt offenbar auch die Feuerwehr die Kritik von vielen Fachexperten und Bürgerinitiativen, dass die bisherigen baulichen Vorkehrungen - besonders für lange, zweigeleisige einröhrige Eisenbahntunnel mit Gegenverkehr (Güter und Personen) -in punkto Sicherheit absolut ungenügend sind und nicht mehr dem letzten Stand der Technik entsprechen. Dazu 2 Beispiele:

- Semmering-Basistunnel (22 km)

Hier wurde noch am 1.4.1999 von der HL-AG in einer Informations-(Werbebroschüre) die Behauptung "das Sicherheitsrisiko ist zu groß" als Vorurteil Nr. 10 bezeichnet. Dem hielt man die "Tatsache" entgegen, dass es "beim Semmering-Basistunnel ein mit dem Österr. Bundesfeuerwehrverband abgestimmtes Sicherheitskonzept gibt". Bereits vor diesem Zeitpunkt wurden von Wiens Feuerwehrchef DI Dr. F. Perner diese Sicherheitsvorkehrungen laut einem KRONE-Zitat wie folgt kritisiert:

"Der Semmeringtunnel ist bei weitem nicht so sicher, wie wir als Profis uns das wünschen würden. Und manche Beschwichtigungsversuche, etwa jener, die Betreiber hätten ohnedies eigene Löschfahrzeuge für Sofortmaßnahmen, sind lächerlich: Damit kann bestenfalls ein Zimmerbrand bekämpft werden".

- Lainzertunnel (12 km, mit Wienerwaldtunnel 26km)

Derselbe DI Dr. Perner bescheinigte allerdings bei der Bauverhandlung am 2.9.98 "dem Lainzertunnel einen hohen, dem System der Wiener U-Bahn entsprechenden Sicherheitsstandard". Nach Ansicht vieler Fachleute ist ein solcher Vergleich nicht vertretbar, ja sogar unzulässig, da die Betriebsbedingungen völlig andersartig sind.. In der Bauverhandlungsschrift (aufgenommen vom 31.8. bis 3.9.1998) ist auf S 177 festgehalten, "dass die MA 68 mit dem vorliegenden Projekt grundsätzlich einverstanden ist, wenn nachstehende Bedingungen bzw. Auflagen erfüllt werden....", darunter "Ergebnisse der Gespräche zwischen dem BMWVk, der HL-AG, der ÖBB, dem Bundesfeuerwehrverband und der Wiener Feuerwehr".

Daher ist dem Bundesfeuerwehrverband für seine jetzige Klarstellung zu danken, denn bisher versuchte die HL-AG (mit Billigung der alleinverantwortlichen Herren der Obersten Eisenbahnbehörde) in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, dass ohnehin alles in bester Ordnung sei. In Zweifelsfällen wurde sogar immer wieder - besonders beim Lainzer-Tunnel - die Verantwortung auf den Wiener Branddirektor, Herrn Dr. Perner, abgeschoben. Und gerade jener verlangt jetzt "Experimente und Löschversuche im Tunnel sowie die nötigen Mittel für ein Forschungsprojekt"

Das alles hält aber die HL-AG nicht davon ab, bei der größten Tunnelbaustelle Österreichs (in Wien Hütteldorf) munter drauflos zu bauen. Wer übernimmt dafür die Verantwortung?

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