"Kleine Zeitung" Kommentar: "Verdrängt" (von Claudia Gigler)

Ausgabe vom 8.3.2001

Graz (OTS) - Es ist kein Zufall, dass die Regierung ausgerechnet kurz vor dem Frauentag ihre Pläne in Sachen Kindergeld veröffentlichte - sie ist wild entschlossen, diese Maßnahme als Großtat für die Frauen zu verkaufen.

Klar ist, dass eine Gruppe von Frauen künftig Kindergeld bekommt, die keinen Anspruch auf Karenzgeld hatte: Studentinnen, Bäuerinnen, Selbstständige. Eine Sozialleistung des Staates hätte man ihnen aber auch bisher zukommen lassen können, ohne das ganze System zu verändern.

Klar ist auch, dass berufstätige Mütter, die nach der Geburt des Kindes zu Hause bleiben wollen, ein Jahr länger Geld dafür bekommen als bisher.

Falsch ist, dass der Weiterverbleib im Beruf durch die neue Regelung gefördert wird. Wer den Fuß in der Tür behalten wollte, konnte dies auch bisher tun: zum Beispiel ein halbes Jahr Vollkarenz und zwei Jahre Teilkarenz (ohne Verdienstgrenze) nehmen - ebenfalls zweieinhalb Jahre, allerdings mit Kündigungsschutz und Rückkehrrecht zur Vollbeschäftigung. Dies ist künftig im letzten halben Jahr nicht mehr gegeben.

Gefördert wird somit eindeutig das Fernbleiben vom Arbeitsmarkt, nicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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