Einkommensunterschiede: WKÖ fordert bessere Ausbildung und Kinderbetreuung

Leitl: "Werden Wiedereinstiegsschulungen des AMS unterstützen um Frauen höher zu qualifizieren - Mehr Kinderbetreuungsplätze auch in Betrieben"

Wien (PWK176) "Gleiches Geld für gleiche Leistung." Die Wirtschaftskammer Österreich hat sich schon bisher zum Prinzip eines gleichen Lohns oder Gehalts für gleiche Leistung bekannt. Diesem Prinzip wird nicht zuletzt dadurch Rechnung getragen, dass es in Österreich keinerlei gesetzliche oder kollektivvertragliche Diskriminierungen gibt. "Dennoch bestehen Unterschiede, die wir durch eine Ausbildungsoffensive, bessere Kinderbetreuungseinrichtungen und vermehrte Informationen an die Betriebe abbauen wollen", teilte WKÖ-Präsident Christoph Leitl heute anläßlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat mit. Die Einladung der Generalsekretärin zu einem runden Tisch der Sozialpartner dieses Thema betreffend wird Leitl gerne wahrnehmen.

Als Hauptursache für diese Einkommensdifferenz sieht Leitl die Überrepräsentation der Frauen in bestimmten Dienstleistungsbranchen. Aber auch das Ausmaß des Arbeitsvolumens ist unterschiedlich. So machen bei Männern die Überstunden elf Prozent des Einkommens aus, bei Frauen aber nur vier Prozent. Einer Synthesis-Untersuchung zur Folge sank bei Inanspruchnahme von Karenzzeiten das Einkommen der Frauen um neun Prozent, hingegen stieg bei Frauen ohne Karenzunterbrechung im selben Zeitraum das Einkommen um 20 Prozent. Als vierten Grund für die Differenz erwähnte Leitl das unterschiedliche Pensionsalter. "Da Frauen früher in Pension gehen, fehlen ihnen häufig die einkommensstärksten Jahre."
So kommen in Österreich die Frauen-Gehälter bei Vollzeitäquivalent auf durchschnittlich 74 Prozent der Männer-Entlohnung, was genau dem EU-Durchschnitt entspricht.

Um die Qualifikation von Frauen zu steigern, will sich die Wirtschaftskammer beim AMS dafür einsetzen, Rückkehrerinnen aus der Karenz intensiv für den Wiedereinstieg zu schulen. "Grundsätzlich sollte ein Mindestpackage an Kursen und Schulungen vom AMS angeboten werden. Dazu wollen wir ehestmöglich ein Pilotprojekt durch das AMS starten lassen." Mit einer gezielten Höherqualifizierung erwartet Leitl, dass nach der Karenz marktgerechte höhere Löhne und Gehälter für Mütter gezahlt werden als ohne Weiterbildungsmaßnahmen. Leitl stellte auch finanzielle Unterstützung für dieses Projekt in Aussicht.

Gerade die Informations- und Telekommunikationsbranche bietet Frauen heute enorme Zukunftschancen. "Wir werden diesbezüglich unsere Betriebe verstärkt informieren, entsprechende Lehrstellen vor allem für die weibliche Jugend anzubieten."

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei nur durch verbesserte Kinderbetreuungsmöglichkeiten machbar. So wünschen sich laut dem Familienbericht 1999 rund 32 Prozent aller Wiedereinsteigerinnen mehr Betreuungseinrichtungen für ihre Kinder. "Was wir brauchen sind kostengünstige und ausreichende Betreuungsplätze. Hier müssen die Gemeinden eine Abstimmung mit der Wirtschaft finden. Wir wissen, dass derzeit ein Bedarf an über 100.000 Betreuungsplätzen besteht."

Aber auch im Bereich der Betriebskindergärten möchte Leitl ansetzen. "Heute gibt es 37 Betriebskindergärten in ganz Österreich. Aber gerade diese Einrichtungen können abseits von den üblichen Öffnungszeiten öffentlicher Kindergärten den Wünschen der Arbeitnehmer am besten Rechnung tragen." (AB)

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