Hochschulen und Wissenschaften im Nationalsozialismus und danach - "Konstruierte Kontinuitäten"?

Wien (OTS) - Am 22. März 2001 findet in der Aula des Universitäts-Campus, Hof 1, Altes AKH, von 16:00 bis 20:00 Uhr ein Symposium zum Thema "Hochschulen und Wissenschaft im Nationalsozialismus und danach - konstruierte Kontinuitäten" statt. Veranstaltet wird dieses Symposium vom Institut für Geschichte der Universität Wien/AG Wissenschaftsgeschichte und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien.

Die Geschichte der Wissenschaften und Hochschulen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft und danach, ist zu einem international dicht besetzten Gebiet der Forschung geworden. Die österreichische Forschung zu diesem Thema hat allerdings nur zögernd und erst relativ spät begonnen. In der Öffentlichkeit sind lediglich Fälle wie der des Anatomen Eduard Pernkopf, jener des in das so genannte "Euthanasie"-Programm verwickelten Arztes Heinrich Groß sowie der des Verhaltensforschers Konrad Lorenz bekannt. Das Bewusstsein eines breiteren Forschungsbedarfs, das über diese spektakulären Einzelfälle hinausgeht, ist gegeben, und einschlägige Projekte auf vielen Gebieten haben begonnen. Die Kooperation und Koordination von Forschungsvorhaben sowie deren Bekanntmachung in der Öffentlichkeit sind aber noch wenig entwickelt.

In der Veranstaltung werden in zwei Grundsatzreferaten, gehalten von Univ.-Prof. Dr. Margit Szöllosi-Janze (Universität Salzburg) und Univ.-Prof. Dr. Mitchell Ash (Universität Wien), beide international ausgewiesene Experten auf diesem Gebiet, die bereits erzielten Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei geht es in erster Linie um die "konstruierten Kontinuitäten" im Hochschul- und Wissenschaftsbereich und um die Weitertradierung wissenschaftlicher Inhalte nach 1945. Darüber hinaus werden nicht nur die Karrieren einzelner Wissenschaftler, sondern auch die Wandlungen von Hochschulen und wissenschaftlichen Institutionen im Nationalsozialismus aufgezeigt.

In der anschließenden, prominent besetzten Podiumsdiskussion zum Thema "Nur Geschichte" - "Kontinuität und Bruch in der Hochschul- und Wissenschaftspolitik am Beispiel der NS-Zeit und des wissenschaftlichen Umgangs mit ihr" - wird der öffentliche Umgang mit der Rolle der Wissenschaften in der NS-Zeit in der Gegenwart thematisiert.

Das Podium ist besetzt mit:

  • Univ.-Prof. Dr. Friedrich Stadler, Universität Wien
  • Univ.-Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler, Universität Wien
  • Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Wien
  • Em. Univ.-Prof. Dr. Erika Weinzierl, Universität Wien
  • Abteilungsdirektorin Dr. Maria Teschler-Nicola, Naturhistorisches Museum Wien (angefragt)

Moderiert wird die Diskussion von Dr. Peter Huemer.

Die Veranstaltung ist Auftakt eines internationalen und interdisziplinären Workshops am 23. und 24. März 2001 (Aula im Universitäts-Campus) mit dem Ziel, möglichst viele österreichische Forscherinnen und Forscher, die auf diesem Gebiet arbeiten, miteinander in einen wissenschaftlichen Austausch zu bringen. Langfristig soll auf diese Weise versucht werden, einen nachhaltigen Diskussionsprozess zur neueren Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte in Österreich in Gang zu bringen. Eine Dokumentation der Veranstaltung und ihrer Ergebnisse ist geplant.

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