Verkaufsflächen-Gigantomanie an der Autobahn-Einkaufsmeile wird noch einmal angeheizt

Standortverordnung zur Europark-Erweiterung - Sektionsobmann Berendt: "Schädliches EKZ-Wettrennen zwischen Wals und Salzburg"

Salzburg, 7. März 2001/WK Sbg. Das Land Salzburg wird mit der angekündigten
Standortverordnung für das Europark-Erweiterungsprojekt eine Richtungsentscheidung treffen - für noch mehr Einkaufsfläche an der Westautobahn und gegen eine verträgliche Entwicklung. Daran ändert auch nichts, dass das ursprüngliche von den Projektbetreibern geplante Flächenausmaß von 35.000 m2 auf rund 28.000 m2 verringert wurde. "Der Verkaufsflächen-Wahnsinn an der Westautobahn zwischen Wals und Eugendorf wird also nicht gebremst, sondern wird noch einmal kräftig angeheizt", bedauert der Obmann der Sektion Handel, Komm.-Rat Albin Berendt, die in den Medien angekündigte Entscheidung des Landes.<p>
Die Wirtschaftskammer sprach sich bisher keineswegs gegen die Europark-Erweiterung aus, allerdings nur für eine Erweiterung, die auch den anderen Handelsunternehmen eine faire Chance lässt und nicht in Gigantomanie und sehenden Auges in der Verkehrsüberlastung auf der Westautobahn endet.<p>
Im Übrigen hat sich die WK Salzburg, so Berendt, immer wieder für geeignete Projekte in Orts- und Stadtkernen ausgesprochen, wie zum Beispiel in Oberndorf, Seekirchen, Bischofshofen und in der Salzburger Altstadt und anderen Standorten.<p>
Berendt befürchtet nun, dass die Entwicklung der Salzburger Altstadt in Richtung Museum weiter beschleunigt und das Sterben des Fachhandels in den noch verbliebenen Einkaufsstraßen Salzburgs neues Tempo bekommen wird. "Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Stadt Salzburg - das Absaugen von Kaufkraft in Richtung Einkaufsmeile an der Autobahn hat längst das gesamte Bundesland erfasst und wird in den nächsten Jahren noch einmal vielen unterschiedlichen Nahversorgern das letzte Wasser abgraben." Berendt: "Die Entscheidung widerspricht auch klar dem Regierungsübereinkommen vom Mai 1999, in dem, noch unter dem Eindruck der BauMax-Affäre, die Stärkung der Orts- und Stadtkerne festgeschrieben wurde." Berendt bedauert, dass die Raumordnung mittlerweile offenbar in der reinen Beliebigkeit endet: Wie könne es sonst sein, dass einem bekannten Salzburger Möbelhaus beim Airportcenter mit Raumordnungsargumenten wohl zurecht nur 10.000 m2 genehmigt werden, Ikea beim Europark jetzt dem Vernehmen nach aber 15.000 m2?<p>
Die bevorstehende Entscheidung steht auch im Gegensatz zum jüngst vorgestellten Euregio-Entwicklungskonzept, mit dem viele bayerische Nachbargemeinden die Hoffnung verbinden, dass die Salzburger Raumordnungspolitik in Sachen Einkaufszentren nicht immer gegen ihre Bedürfnisse entscheidet. Diese Hoffnung dürfte hiermit kräftig enttäuscht werden, meint Berendt. Der klein- und mittelständische Einzelhandel und viele andere Gemeinden Salzburgs sind Opfer "der sinnlosen Spirale im EKZ-Wettrennen zwischen Wals und Salzburg und einem verfehlten Ortstafeldenken, das auf Kosten der gesamten Region geht", so Berendt. Die Politik spielt so immer mehr den "Totengräber der Ortszentren und Stadtkerne" und unterläuft die Bestrebungen in vielen Orten, die Ortszentren attraktiver zu gestalten.<p> Berendt kündigte an, gleich nach Erlassung der Standortverordnung einen Sektionstag Handel einzuberufen, um die weitere Vorgangsweise der Sektion Handel in Sachen Einkaufszentren zu klären.

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