WWF zu Bio-Enquete: Viele Worte, keine Zusagen

Resumeedes WWF: Molterer muss den Biolandbau beim Marktzugang aktiv unterstützen

Wien (OTS) - "Märkte für Bioprodukte passieren nicht einfach, sie müssen aktiv erobert werden", so das Fazit auf der gestrigen Bio-Enquete im Landwirtschaftsministerium. Genau dort setzt die Kritik des WWF an Minister Molterers gestrigen Auftritt an: Es ist Sache der Politik, diese Märkte auch zu schaffen - eine Aufgabe, die Molterer nicht wahrnimmt. Mag. Simone Lughofer, Landwirtschaftsexpertin des WWF, ortet "einen für Minister Molterer geradezu untypischen Mangel an konkreten Zahlen":

- Sein Ziel sei, so der Minister, die Vorreiterrolle Österreichs im Biolandbau beizubehalten. Was das konkret bedeute, wurden nicht erklärt. Im Gegenteil: Molterer sprach sich mit aller Vehemenz gegen eine quantitative Zielfixierung nach dem Vorbild Deutschlands aus, wie sie auch Österreichs Biobauern in ihrem Konzept "Biolandbau 2005" fordern (Verdoppelung des Biobauernanteils auf 20%). Stattdessen spricht der Minister von einem Bio-Aktionsprogramm ohne klare Zieldefinitionen und Maßnahmenpläne.

- Im Bereich Förderungen verwies Minister Molterer auf rund 50 Millionen, die im ÖPUL 2000 für die Biobauern zur Verfügung ständen. "Damit wird erst wieder nur bei der Produktionsfläche angesetzt, anstatt mit einem gesamtheitlichen Ansatz auch bei der Vermarktung der Produkte zu helfen. Solche kurzsichtigen Konzepte führen dazu, dass immer mehr Biobauern wieder aussteigen, weil sie ihre Produkte nicht vermarkten können" kritisiert Lughofer. Derzeit gehen 50% der Biomilch und 60 bis 70% des Bio-Rindfleisches als konventionelle Produkte zu niedrigeren Preisen über den Ladentisch.

- Angesichts dieser schweren strukturellen Defizite im Bereich Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Produkten sagte der Minister lediglich ein "Trostpflaster" von zehn Millionen Schilling für Vermarktung zu - weitere Verbesserungen seien "angedacht". Der Ball wurde an die Bio-Verbände zurückgespielt. "Den Bio-Bauern steht ein fairer Anteil von 2,5 Mrd. öS aus dem 12 Mrd. öS-Topf für die ländliche Entwicklung zu", kontert Simone Lughofer vom WWF.

Zur Interpretation des Ministers, die Natur- und Umweltschutzorganisationen wollten den Biolandbau "vereinnahmen", erklärt Simone Lughofer: "Jede Organisation, die sich für Natur, Umwelt und gesunde Nahrungsmittel einsetzt, muss sich mit der Landwirtschaft intensiv auseinandersetzen: Zwei Drittel der österreichischen Tier- und Pflanzenarten sowie unser Trinkwasser sind von einer naturnahen Landwirtschaft unmittelbar abhängig . Die beste Lösung ist für uns derzeit Biolandbau. Wir fordern deshalb eine Umschichtung der Förderungen - weg von der Intensiv-Landwirtschaft. Uns kann nicht egal sein, welche Art der Landwirtschaft mit unserem Steuergeld gefördert wird."

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