FSG: Neues Kindergeld - die Probleme für Frauen bleiben die alten

Nicht alle Frauen haben "Omis für die Kinderbetreuung"

Wien (FSG) "Das Kinderbetreuungsgeld wird statt des Karenzgeldes bezahlt - nicht zusätzlich. Die Verwunderung bei den Frauen in Deutsch Griffen in Kärnten, wo das Kindergeld erstmals bezahlt wurde, war sehr groß, als sie draufgekommen sind, dass sie jetzt kein Karenzgeld mehr bekommen", kritisiert der Frauenvorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB, Erika Nussgraber-Schnabl.++++

"Sondernotstandshilfe oder Teilzeitkarenz gibt es dann nicht mehr, ob Frauen nach der Kinderpause Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, für wie lange und in welcher Höhe ist noch völlig unklar", so die FSG-Frauenvorsitzende. Nussgraber-Schnabl: "Die Zuverdienstgrenze von 200.000 Schilling im Jahr wird kaum dazu beitragen, dass Frauen weiterhin 'mit einem Fuß im Betrieb' stehen. Es haben nicht alle Frauen Omas, Schwiegermütter, Nachbarinnen wen auch immer, der die Kinder betreut während sie Teilzeit arbeiten. Wenn sie sich die Kinderbetreuung dafür zukaufen müssen, bleibt das Kindergeld ein Nullsummenspiel".

Die FSG-Frauenvorsitzende weiter: "Unbestritten ist, dass viele Frauen in den ersten Lebensmonaten und -jahren gerne bei ihren Kindern sind. Genauso unbestritten ist aber, dass viele Familien es sich nicht leisten können, drei Jahre lang auf einen Teil des Familieneinkommens zu verzichten".

Nussgraber-Schnabl: "Frauen stehen in Österreich nach wie vor vor einer Vielzahl von Problemen: Es fehlen nach wie vor flächendeckende ganztägige Kinderbetreuungsangebote, es fehlen Wiedereinstiegsmaßnahmen für Frauen, es fehlt eine aktive Arbeitsmarktpolitik für Frauen, es fehlt auch die Bereitschaft der Unternehmen, den Frauen bei gleicher oder auch höherer Qualifikation den gleichen Lohn zu zahlen wie den Männern. Das alles sind Probleme, die unabhängig vom Kinderbetreuungsgeld bestehen".

"Einen 'schöneren' Zeitpunkt - nämlich rund um den Frauentag - hätte die Regierung nicht wählen können: Der 8. März ist der 'Frauentag' -im Jahr 2001 ist es aber wohl der Tag, an dem die berufstätigen Frauen wieder um Jahre zurückgeworfen werden", stellte Nussgraber-Schnabl abschließend fest.

FSG, 7. März 2001
Nr. 028

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