NEWS exklusiv: Gerichtsakt Kaprun belastet Bahn-Betreiber schwer - Schwere Vorwürfe. Erst Sicherheitsmängel und Pannen bei der Rettung machten das kleine Feuer zur Katastrophe.

Vorausmeldung zu NEWS 10/01 v. 8.3.2001

Wien (OTS) - Die morgen, Donnerstag, erscheinende Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS veröffentlicht aus dem vertraulichen Gerichtsakt neue, bisher geheimgehaltene Fakten zur Seilbahnkatastrophe von Kaprun, bei der am 11. November 2000 insgesamt 155 Menschen ums Leben kamen.

Der Gerichtsakt belastet die Bahn-Betreiber schwer:

- Die Bahn hatte in den Tagen vor dem Unfall regelmäßig technische Defekte, exakt dort, wo das Feuer ausbrach, gab es laufend elektrische Probleme.

  • Als Dämm-Material wurde Holz verwendet.
  • Der Zug blieb immer wieder stecken.
  • Kondensatoren waren defekt
  • Batterien wurden nachträglich selbst eingebaut
  • Reparaturen wurden "russisch" erledigt.

Der 350 Seiten starke Gerichtsakt, der NEWS exklusiv vorliegt, listet detailliert auf,

- dass das spätere Todesabteil Nr. 8, wo das Feuer ausbrach, in den Tagen vor dem Unglück immer wieder schwere technische Defekte aufwies. So gingen elektrische Türen nicht auf, Puffer streikten, Kondensatoren waren defekt, der Zug blieb etliche Male stecken und wurde in die Station zurückgezogen.

- Doch anstatt diese Mängel ordentlich zu beheben, wurde zum Teil "russisch" gearbeitet: Wenn die Elektrik versagte, behalf man sich mit Fusstritten.

- Aus dem Gutachten geht auch hervor, dass in den Führerkabinen Holz als Dämmstoff eingebaut wurde, weil die Wagenbegleiter über Zugluft klagten.

- Zudem wurden in die Führerkabinen nachträglich Batterien eingebaut, und zwar nicht von den Herstellerfirmen, sondern von den Bahnbediensteten.

- Die Gutachter haben herausgefunden, dass erst Sicherheitsmängel und Pannen bei der Rettung das kleine Feuer zur Katastrophe machten.

- Das Öffnen der Schleusen sorgte für 150Km/h-Sog

- Betriebsanweisung verhinderte rechtzeitige Bergung des Zuges

- Das Öffnen der Schleusen sorgte dafür, dass die Kaminwirkung im Stollen verheerend verstärkt wurde, zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte im Tunnel eine Windgeschwindigkeit von rund 150 km/h, wodurch sich das Feuer rasant ausbreiten konnte.

- Die Betriebsanweisung, wonach der Zug nicht bewegt werden darf, falls die Türen offen stehen, verhinderte die rechtzeitige Bergung. Weil die Männer auf der Kommandobrücke der Bergstation nicht wußten, ob die Türen nach dem Stillstand geöffnet wurden, trauten sie sich nicht, den Zug aus dem Tunnel zu ziehen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS-Chefredaktion
Tel. (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES/OTS