GPA-Frauen: "Karenzgeld PLUS" als Alternative zum Kindergeld der Regierung

Kritik an Kindergeld für alle wird bestätigt

Wien (GPA/ÖGB). Bestätigt sehen die GPA-Frauen ihre Kritik am Modell der Regierung eines Kindergeldes für alle, nach der gestern erfolgten Einigung der Koalitionspartner in dieser Frage. Insbesondere durch die nunmehr beschlossene Abkoppelung des Kindergeldbezuges von einer Berufstätigkeit festigt die Regierung den von ihr eingeschlagenen Kurs, mit dem Frauen unter dem Deckmantel der Familienpolitik vom Arbeitsmarkt verdrängt werden sollen. "Mit dieser Einigung besiegeln ÖVP und FPÖ nun endgültig ihre Abkehr von einer eigenständigen Frauenpolitik und tragen aktiv zur Benachteiligung berufstätiger Frauen bei" kritisiert die GPA-Frauensekretärin Sandra Frauenberger die präsentierten Eckdaten in der Kindergeldfrage. Mit ÖGB-Modell "Karenzgeld PLUS", in dem auch weiterhin das Versicherungsprinzip erhalten bleibt, treten die GPA-Frauen für ein Modell auf beitragsgerechter Grundlage ein, das eine tatsächliche Existenzsicherung für ArbeitnehmerInnen in der Karenz sicherstellt.++++

Das Modell "Karenzgeld PLUS" sieht einen einkommensabhängigen Zuschlag zum derzeitigen Karenzgeld vor. Damit würden ArbeitnehmerInnen eine Karenzgeldleistung mindestens in der Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes von 8.437 Schilling erhalten, bzw. höchstens im Ausmaß des maximalen Arbeitslosengeldes von 15.087 Schilling. "Mit diesem fairen Modell wäre gewährleistet, dass Berufstätigen keine Nachteile erwachsen und das eigentliche Wesen des Karenzgeldes als vorfinanzierte Entschädigung für den Einkommensentfall während der Kinderbetreuungszeit auch weiterhin erhalten bleibt", so Frauenberger.

Als weitere Kritikpunkte am Kindergeld-Modell der Regierung greift Frauenberger die Regelung heraus, wonach es 30 Monate, also 2,5 Jahre, Kindergeld für einen Elternteil geben soll, verbunden mit einer Zuverdienstmöglichkeit von 200.000,- brutto pro Jahr. Es dränge sich hier die Vermutung auf, dass damit der Teilzeitkarenz das Ende angesagt werden soll. Ein Risiko für jene Frauen, die länger als zwei Jahre Kindergeld in Anspruch nehmen wollen, ergibt sich zudem durch den für sie wegfallenden Kündigungsschutz. (hk)

ÖGB, 7. März 2001
Nr. 169

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