Allianz Gruppe in Österreich: vorläufige Ergebnisse 2000

- Allianz schafft Kehrtwende: 600 Mio ATS (44 Mio Euro) in neue Infrastruktur investiert - Standard & Poor's bewertet Allianz erneut mit Triple A - Extreme Schäden belasten das Ergebnis

Wien (OTS) - Die Allianz Gruppe in Österreich hat im Jahr 2000 in zweifacher Hinsicht die Kehrtwende geschafft: Die Qualität des Geschäfts steigt ebenso wie der Umsatz, und die komplette Neustrukturierung macht die Allianz zum Branchenpionier. Mit einem Investitionsvolumen von 600 Mio ATS (44 Mio Euro) wurden österreichweit die Servicefunktionen konzentriert und die Vertriebsschienen ausgebaut. Wie geplant, erfolgt die bilanzielle Berücksichtigung dieser Kosten ohne Auflösung von Rücklagen komplett im Geschäftsjahr 2000. Dies schlägt sich im Ausweis eines durch Extremschäden bereits belasteten Ergebnisses von minus 378 Mio ATS (-28 Mio Euro) nieder. Für die börsennotierte Allianz Elementar Versicherungs-AG soll in Folge außertourlich auf eine Dividendenausschüttung verzichtet werden, während ihre Tochtergesellschaft, die Allianz Elementar Lebensversicherungs-AG, einen Gewinn von 67 Mio ATS (5 Mio Euro) in den Ergebnisverbund einbringt. Standard & Poor's bestätigt den Allianz Elementar Gesellschaften für 2000 erneut als einzigen Versicherern in Österreich das Triple A. Dies gab Dr. Alexander Hoyos, Vorstandsvorsitzender der Allianz Elementar Versicherungsgesellschaften, zu den vorläufigen Ergebnissen für das vergangene Geschäftsjahr in einem Pressegespräch bekannt.

Die Allianz Gruppe steigerte ihr Prämienvolumen insgesamt von 15,4 Mrd (1,1 Mrd Euro) auf 16 Mrd ATS (1,2 Mrd Euro), d. h. um 3,4 %. Ähnlich wie im Vorjahr dominierten die Personensparten Leben und Kranken bei den Zuwachsraten: In der Lebensversicherung konnte ein Prämienplus von 6,8 % verzeichnet werden, wodurch die Einnahmen von 4,3 Mrd (312,5 Mio Euro) auf 4,6 Mrd ATS (334 Mio Euro) stiegen. Der Bestand vergrößerte sich dabei um knapp 9 % auf ca. 100 Mrd ATS (7,3 Mrd Euro) Versicherungssumme. Der Ausbau der Krankenversicherung konnte verstärkt werden. Ein Prämienplus von 11,2 % von 304 Mio (22 Mio Euro) auf 338 Mio ATS (25 Mio Euro) brachte eine deutlich über dem Marktwachstum von 2,5 % liegende Steigerung.

Im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung haben nicht zuletzt Maßnahmen zur Bestandspflege und Risikostraffung erste Früchte getragen: Die Prämieneinnahmen stiegen von 10,8 Mrd (785 Mio Euro) auf 11 Mrd ATS (800 Mio Euro), d. h. um 1,9 %. Vor allem greift die Konsolidierung in den Kfz-Sparten: In den verrechneten Prämien zeigte sich ein Plus von 2,3 %.

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle sind insgesamt um 15,6 %, d. h. von 12,9 Mrd (0,9 Mrd Euro) auf 14,9 Mrd ATS (1,1 Mrd Euro) gestiegen. Im Bereich Schaden- und Unfallversicherung war ein Extremjahr zu verkraften. Mit 10,3 Mrd (748 Mio Euro) nach 8,9 Mrd ATS (647 Mio Euro) zeigt die Leistungsseite ein Plus von 15,6 %. Bestimmend waren die Unwetterschäden aus dem Monat Juli mit allein 650 Mio ATS (47 Mio Euro) sowie drei Großschäden im Ausmaß von 420 Mio ATS (30 Mio Euro). In der Lebensversicherung erhöhten sich die Leistungen von 3,8 Mrd (276,2 Mio Euro) auf 4,4 Mrd ATS (320 Mio Euro), d. h. um 16,1 %, in der Krankenversicherung von 195,2 Mio (14,2 Mio Euro) auf 210 Mio ATS (15 Mio Euro), also um 7,7 %.

Die Schadensentwicklung belastete naturgemäß das versicherungstechnische Ergebnis außerordentlich: Es verschlechterte sich von minus 828 Mio (- 60 Mio Euro) auf minus 1,6 Mrd ATS (- 116 Mio Euro). Erfreulich entwickelte sich dagegen das nichtversicherungstechnische Ergebnis. Es erhöhte sich um 13,1 % von 1,3 Mrd (94 Mio Euro) auf 1,4 Mrd ATS (102 Mio Euro). Die Kapitalanlagen stiegen von 51,1 Mrd (3,7 Mrd Euro) auf 52 Mrd ATS (3,8 Mrd Euro), d. h. um 1,8 %. Spürbar schlugen sich hier die Restrukturierungskosten sowie die hohen Schadenszahlungen, die zu einem verminderten Cashflow führten, nieder.

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb erhöhten sich um 4,8 % von 3,8 Mrd (276 Mio Euro) auf 4 Mrd ATS (291 Mio Euro), wobei wiederum die Neustrukturierungskosten im Ausmaß von 600 Mio ATS (44 Mio Euro) bestimmender Faktor waren. Die Restrukturierungsinvestitionen und das extreme Schadensjahr spiegeln sich auch im Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wider. Es verschlechterte sich insgesamt von 347 Mio (25 Mio Euro) auf minus 326 Mio ATS (- 24 Mio Euro). - In der Lebensversicherung erhöhte sich das EGT von 199 Mio (15 Mio Euro) auf 232 Mio ATS (17 Mio Euro), was einem Plus von 16,2 % entspricht.

Österreichweit ist es im Zuge der Neustrukturierung zu unterschiedlichen Veränderungen gekommen, was die Arbeitsplätze anbelangt. Waren es 1999 noch 3829, so zählte das Unternehmen Ende des vergangenen Jahres 3391 Mitarbeiter, was einem Minus von 11 % entspricht. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, konnten einvernehmliche Lösungen erzielt werden. Zur Neuorientierung stand eine mit je 70.000 ATS (5.087 Euro) dotierte Arbeitsstiftung zur Verfügung. Die in einem Customer Care Center zentralisierten Servicefunktionen bringen neue und zukunftsorientierte Arbeitsplätze, von denen knapp 80 % aus dem Haus besetzt werden konnten. Die Allianz expandiert und schafft in diesem Servicebereich weitere Arbeitsplätze.

Die weltweit tätige Ratingagentur Standard & Poor's hat im Rahmen eines Gruppenratings für die österreichischen Allianz Gesellschaften ihre Bonitätsbewertung mit dem Triple A erneut bestätigt. Die positive Einschätzung spiegelt insgesamt die starke Position der internationalen Allianz Gruppe in Europa wider. In Österreich verfügt die Allianz weiter als Einzige in der Versicherungsbranche über die Bestbewertung mit dem Triple A.

Im prosperierenden Vorsorgebereich ist die Allianz auch im Pensionskassen- und Fondsgeschäft aktiv. Im Jahr 2000 konnte die Allianz Pensionskasse in erfolgreicher Kooperation mit der BAWAG die Zahl der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten um 33 % auf über 10.000 Personen steigern, die Zahl der abgeschlossenen Verträge erhöhte sich auf über 160. Die Einnahmen gegen laufende Beiträge stiegen um 31,7 % von 86 Mio (6,2 Mio Euro) auf 113 Mio ATS (8 Mio Euro). Das verwaltete Vermögen belief sich 2000 auf 620 Mio ATS (45 Mio Euro) nach 405 Mio (29 Mio Euro) im Vorjahr und weist damit ein Plus von 52,9 % auf. Die 1997 gegründete Allianz Gesellschaft positioniert sich inzwischen auf dem 5. Platz der überbetrieblichen Pensionskassen.

Im Fondsgeschäft punktet die Allianz mit ihrer eigenen Kapitalanlagegesellschaft, der Allianz Invest KAG. 18 eigene Allianz Fonds sowie 33 Fonds von Kooperationspartnern werden inzwischen administriert. Das Volumen liegt bereits bei knapp 50 Mrd ATS (3,6 Mrd Euro) und wurde somit im Vorjahresvergleich um 22,6 % gesteigert.

"Insgesamt konnte unser Geschäft im Vorjahr strukturell verbessert werden, so dass 2000 eigentlich ein besseres Ergebnis gebracht hätte als 1999. Die extremen Schäden haben allerdings - im Branchentrend der gesamten Schaden- und Unfallversicherung - zu einer außerordentlichen Belastung geführt. Darüber hinaus haben wir die gesamten Restrukturierungskosten in der Bilanz 2000 verkraftet. Die Allianz kann jetzt auch in Österreich auf kompetitive Europastandards verweisen, strukturell wie bei den Kosten", so Hoyos resümierend.

Ausblick:

Mit komplett neuer Verwaltungsstruktur ist die Allianz ins Jahr 2001 gestartet. Die in einem Customer Care Center in der zweiten Jahreshälfte 2000 zentralisierten Servicefunktionen setzen Signale für die Branche: Von wo und wie sich der Kunde auch immer an die Allianz wendet - per Telefon, Fax, Mail, Internet - die Verknüpfung erfolgt zentral, lokationsunabhängig im Allianz Kundenservice. Damit stellt die Allianz bereits die mobile Telekommunikation ohne Medienbruch sicher. Angepeilt ist eine mehrheitliche Erledigungsquote beim Erstkontakt im Service Level 1, während der Service Level 2 für die fachspezifischere Betreuung zur Verfügung steht. Quantifiziert heißt das: Es laufen derzeit täglich - neben der persönlichen Betreuung durch den Vertrieb - weit über 20.000 Kundenkontakte über das Allianz Kundenservice, das pro Tag ca. 7000 Geschäftsfalltransaktionen bewältigt. Im Jahr entstehen so über 5 Mio Servicekontakte. Qualitativ liegt das Ziel in der Serviceoptimierung, vor allem was Kompetenz, Schnelligkeit und Erreichbarkeit, über die üblichen Geschäftszeiten hinaus, anbelangt. Derzeit arbeiten gut 350 Mitarbeiter im Allianz Kundenservice in Wien sowie 100 dezentral.

Die Allianz zählt ebenfalls zu den ersten Versicherungsgesellschaften in Österreich, die via Internet im Bereich B2C ein Kundenportal realisiert haben, über das die Versicherungsnehmer Vertrags-, Schadens-, Tarif- und Produktauskünfte abrufen können. Dienstleistungen - von Finanzamtsbestätigungen bis zur Bonus-Malus-Beratung im Kfz-Schadensfall - stehen als Service-Tools zur Verfügung.

Nicht nur die administrativen Strukturen sind neu, sondern auch die Vertriebsorganisation. Mit der Einführung einer neuen Vertriebsschiene in Österreich - Exklusiv-Agenturen - hat die Allianz zu Jahresbeginn eine Gründeroffensive gestartet. Zunächst wurde und wird - unter Erfüllung betriebswirtschaftlicher Kriterien - dem eigenen Außendienst der Aufstieg in die Selbständigkeit mit attraktiver Starthilfe angeboten. Seit Jahresbeginn gibt es bereits 100 Allianz Agenturen; Tendenz stark steigend. Die Allianz ist für Interessenten aus dem Markt offen und schafft somit direkt und indirekt mit und in den Agenturen Arbeitsplätze. Die bisherige österreichweite Präsenz der Allianz mit Landesdirektionen, Kunden-Centern und der Vertriebsmannschaft wird mit dem Agenturnetz deutlich verstärkt. Auch der Vertriebskanal Internet befindet sich weiter im Ausbau: Im vergangenen Jahr wurde der Versicherungsabschluss via Internet spartenweise gestartet.

Die Allianz etabliert sich auch in Österreich als Finanzdienstleistungsgruppe, so dass über Versicherung hinaus die Themen Vorsorge und Vermögensaufbau forciert werden. Mit dieser Neupositionierung ist die Allianz auf Kurs. Der Start ins Jahr 2001 verlief erfreulich: Die Prämieneinnahmen liegen weiter im Aufwärtstrend: im Sachgeschäft um 2,6 %, in der Lebensversicherung um 6 % sowie in der Krankenversicherung um knapp 10 % in den ersten beiden Monaten dieses Jahres. Ebenso spürbar ist die Qualitätsverbesserung des Geschäfts in der Schadensentwicklung, die aber auch witterungsbedingt profitiert hat. Die Allianz rechnet daher für das Jahr 2001 wieder mit einem deutlich verbesserten, positiven Ergebnis.

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