Leitl zieht Zwischenbilanz und fixiert neue Arbeitsschwerpunkte

WKÖ-Präsident bei ÖCV-Wirtschaftsclub: "Auch die anderen Sozialpartner müssen sich reformieren - EU bietet uns große Chancen"

Wien(PWK170) "Bis zum Halbjahr 2001 haben wir die Kammerreform unter Dach und Fach", erklärte heute Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, im Rahmen des Wirtschaftsclubs des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV). Dabei umriss Leitl die künftigen Arbeitsschwerpunkte der Wirtschaftskammer. Neben Bildung und Qualifikation sollen in Zukunft die Exporte gesteigert, die Interessenvertretung auf EU-Ebene stärker wahrgenommen und der Einsatz neuer Technologien forciert werden.
"Das bedeutet auch für die anderen Sozialpartner sich zu reformieren", legte Leitl seine Vorstellungen zur "Sozialpartnerschaft neu" dar und zeigte sich auch darüber erleichtert, dass sich in der Gewerkschaft der "vernünftige Flügel" durchsetzen konnte. "Gott sei Dank gab es im Herbst keine brennende Republik."

Mit acht Monaten im Amt des Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich verfügt Leitl bereits über eine "herzeigbare" Bilanz an internen Reformen. In fünf Stufen beschrieb er den Weg zur "WKOneu", der erneuerten Wirtschaftskammer- Organisation. "Nach der umfassenden Mitgliederbefragung erstellten Experten ein Reformkonzept, das am 30. November des vergangenen Jahres von den Funktionären aller Couleurs einstimmig verabschiedet wurde." Nun setzen sich die Mitarbeiter in Arbeitsgruppen bis Ende April mit der Ausarbeitung geeigneter Erneuerungsvorschläge auseinander. "Mitte 2001 wird es dann soweit sein, der definitive Umbau der WK-Organisation kann beginnen."

Wie diese "WKOneu" aussehen soll, legte Leitl wie folgt fest: "Wir reduzieren das Volumen unserer Mitgliedsbeiträge um 30 Prozent, das sind über zwei Milliarden Schilling und konzentrieren uns auf einzelne Arbeitsschwerpunkte." Dabei stehen für den WKÖ-Präsidenten Bildung und Qualifikation an erster Stelle. "Heute ist das lebenslange Lernen gefragt. Das ist ein klarer Auftrag an unsere WIFIs."

Die Aktivitäten im Bereich der Interessenvertretung müssen auf der EU-Ebene verstärkt werden. "Die Vorzeichen dafür sind so günstig wie noch nie", sprach Leitl die jüngsten Entwicklungen auf der europäischen Sozialpartnerebene an. So liegt die Zusage seitens Rat, Kommission und Parlament vor, Vorschläge der Sozialpartner zu übernehmen, wenn diese untereinander zu einer Einigung finden. "Das heißt für uns mehr junge Leute nach Brüssel zu schicken. Und auch die anderen Sozialpartner müssen rasch zu einer vernünftigen Reform finden, damit wir gemeinsam die Chance wahrnehmen können." Auch dafür zeigt sich Leitl zuversichtlich. "In der Gewerkschaft hat sich der vernünftige Flügel durchgesetzt. Deswegen kam es im vergangenen Herbst zu keinen Eskalationen, die Republik musste nicht brennen."

Schon heuer will Leitl die magische 1.000 Milliarden-Grenze an Exporten erreichen. Im Jahr 2000 wurde diese mit - geschätzten - 960 Milliarden nur knapp verfehlt. "1.000 Millarden Schillinge an Exporten bedeuten 2 Millionen Arbeitsplätze", verdeutlichte Leitl den hohen Stellenwert des Außenhandels für die Gesamtwirtschaft.

Vorreiter ist die Wirtschaftskammer heute schon auf dem Gebiet der neuen Technologien. Auf ihrem Internetportal wko.at verzeichnet die Kammer monatlich schon zehn Millionen Zugriffe. "Wir erfüllen damit einen umfassenden gesellschaftlichen Informationsauftrag und haben zugleich für heuer das ambitionierte Ziel, alle unsere Mitglieder ans Internet anzubinden." Derzeit verfügen rund 77 Prozent der Unternehmen über einen Internetanschluss.

Und Leitl steckt auch schon die Ziele für danach ab. "Dann gilt es die Vorleistungen - Stichwort Verzicht auf Lohnnebenkostenreduktion -zurückzuholen." Die Wirtschaft verzichtete in dieser Legislaturperiode zugunsten der Budgetsanierung auf die Senkung der Lohnnebenkosten und musste auch "andere schwere Lasten" auf sich nehmen. "Daher ist eine wirkliche Verwaltungsreform notwendig, mit einem langfristigen Gesamtkonzept. Denn geschwind ‚Geld-absaugen‘ kann jeder, es muss nachhaltig gespart werden, um am Ende unseren Höchststand an Steuer- und Abgabenquoten zu senken." Dabei verwies Leitl auf Deutschland, das bereits mit einer Reduktion begonnen hat. (AB)

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