DER STANDARD-Bericht: "Ambulanzgebühr: Schüssel-Vize für Rücknahme Tirolerin Zanon - "Unüberlegt und falsch" Wiener Görg: "Regelung ein Schwachsinn" (- Erscheinungstag 3.3.2001)

Wien (OTS) - Scharfe Kritik an der von der Regierung eingeführten Ambulanzgebühr kam am Freitag von hochrangigen ÖVP-Politikern. Elisabeth Zanon-zur Nedden, Tiroler Gesundheitslandesrätin und in der ÖVP auch Stellvertreterin von Obmann Wolfgang Schüssel, forderte die generelle Rücknahme der Ambulanzgebühr. Diese sei eine "unüberlegte Geschichte und einfach falsch". Zanon-zur Nedden meinte im Standard-Gespräch, das Leistungsangebot der freien Praxen, zu denen die Patienten durch die Gebühr umgelenkt werden sollen, reiche meist nicht an jenes der Ambulanzen heran. Zudem entstehe für die Ärzte ein inakzeptabler Administrationsaufwand.

Wiens Vizebürgermeister Bernhard Görg (VP) sekundierte. "Diese Regelung - so weit ich sie verstehe - halte ich für Schwachsinn. Das ist eine Wanecksche Fehlleistung von kosmischen Ausmaßen", kritisierte Görg Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck. Der administrative Aufwand für Ärzte und Schwestern sei "Wahnsinn", so Görg zum Standard.

Für VP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger kommt eine Rücknahme der Ambulanzgebühr "sicher nicht" infrage. Ambulanzen seien teurer als niedergelassene Ärzte. Allerdings halte er die jetzige Administration der Gebühren für falsch, das sei zu ändern. Wichtig sei, dass "wir mit der Ambulanzgebühr auf lange Sicht nicht nur ein Ärgernis produzieren".

Auch die Ärztekammer wehrt sich: Man sei für die Behandlung, nicht für Administration zuständig. (red)

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