"Kleine Zeitung" Kommentar: "Tanz um die Null" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 03.02.2001

Graz (OTS) - Wo Nullen angebetet werden, ist mit inhaltlichen Argumenten kein Staat zu machen. Diese Ausgangslage ist dem Nationalrat für den ersten Schlagabtausch um das Budget zugute zu halten.

Der Rest ist deshalb nicht Schweigen, weil sich die Mandatare ja bundesweit ins TV gedrängt haben und mit ihrer Eigendarstellung den Zustand der Politik repräsentieren.

Der ist holzschnittartig, wie er im polemischen Watschentanz herauskam, so: Die Koalition bleibt von Karl-Heinz Grassers Werbetanz für das goldene Kalb "Leerstelle" fasziniert. Er ist die neue Religion. Alle Folgen und Folgerungen klären wir in neuen Glaubenskongregationen. Dass die - ganz profan - aus Beamtenkommissionen bestehen, fällt keinem der Eiferer auf.

Die Opposition ist für eine sachliche Debatte überwiegend abzuschreiben. Alfred Gusenbauer kreidet im Heiligen Krieg für frühere Zustände der Regierung Hehlerei an; sie eigne sich "Diebsgut" an. Rudolf Edlingers Diktation trifft die SP-Seelenlage aber ungleich besser.

Worauf man sich am Ende einigte, war, zum Lohnzettel-Kontest aufzurufen. Solche Appelle an die "Bürgergesellschaft" sind aber das Armutszeugnis der Politik als Gestaltungsfaktor.

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