ÖGB-Frauen: Einkommensunterschiede: Guter Wille reicht nicht

Initiativen von Rauch-Kallat sind Minderheitenprogramm

Wien (ÖGB). ÖVP-Generalsekretärin Rauch-Kallat will gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in den nächsten zehn Jahren um ein Drittel verringern. Am Ziel gebe es nichts auszusetzen, so ÖGB-Bundesfrauensekretärin Sylvia Ledwinka, außer dass die Arbeitnehmerinnen um ein weiteres Jahrzehnt vertröstet werden. Die Zugangsweise sei jedoch völlig verkehrt: "Es können sich nicht alle Frauen zu IT-Expertinnen umschulen lassen, sondern Frauenarbeit muss neu bewertet werden. Und die zahlreichen versteckten Diskriminierungen von Frauen in den Betrieben werden sich nicht allein durch guten Willen beseitigen lassen."++++

Es sei schon verständlich, dass Vertreter von Industrie und Wirtschaft von gesetzlichen Maßnahmen und anderen Lenkungsmitteln, wie der Koppelung von der Vergabe öffentlicher Aufträge an die Existenz von Frauenförderplänen in Betrieben, wenig begeistert seien. Dem Vorwurf Rauch-Kallats, die gewerkschaftliche Vertretung müsse die Verantwortung bei Lohnverhandlungen übernehmen, weist Ledwinka zurück: "Im gewerkschaftlichen Kollektivvertrag sind Frauen und Männer absolut gleichgestellt. Doch es gibt noch eine Vielzahl von "versteckten" Diskriminierungen und diese müssen aktiv beseitigt werden."

Rauch-Kallat setzt sich für die Förderung von Frauen in IT-Berufen ein, um die Einkommensschere zu verringern. Das sei zwar wegen der guten Verdienstmöglichkeiten durchaus begrüßenswert, gehe aber an der Lebenswirklichkeit tausender Arbeitnehmerinnen vorbei. "Der schwarze Peter wird wieder den Frauen zugeschoben, indem man ihnen sinngemäß zu verstehen gibt, dass sie halt 'was gescheites' hätten lernen sollen, wenn sie gut verdienen möchten. Gleiche Entlohnung für gleichwertige Arbeit heißt aber, dass auch und gerade 'typische' Frauenarbeit neu bewertet und besser bezahlt werden muss", fordert Ledwinka abschließend. (hk)

ÖGB, 2. März 2001 Nr. 160

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