ÖGB-Csörgits kritisiert Budget: Kein Geld für Frauen

Auch Frauen haben Recht auf Zukunft

Wien (ÖGB). Nach der gestrigen Budgetrede von Finanzminister Grasser, besteht für ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits kein Zweifel mehr daran, dass für die ArbeitnehmerInnen und vor allem für KarenzgeldbezieherInnen harte Zeiten anbrechen. "Schön, dass sich Grasser mit dem Nulldefizit einen Bubentraum erfüllt, Frauen müssen von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wohl leider noch weiterträumen", kritisierte Csörgits.++++

Grasser hob besonders hervor, dass mit der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes ab 1. Jänner 2002, erstmals der BezieherInnenkreis um "19.000 Hausfrauen und Studentinnen und 8.000 Bäuerinnen und gewerblich selbständige Frauen" erweitert wird. Abgesehen davon, dass in diesem Konzept die Männer gänzlich ausgespart würden, müsse man sich die Frage stellen, was dabei für die 76.600 derzeitigen KarenzgeldbezieherInnen verbessert werde, so Csörgits.

"76.600 Frauen und Männer, die jahrelang Beiträge in die Arbeitslosenversicherung gezahlt haben, werden mit nur 400 Schilling mehr abgespeist, müssen dabei aber mit massiven arbeitsrechtlichen Verschlechterungen rechnen. Man muss sich wirklich einmal genau anschauen, für wen diese Regierung Familien- und Sozialpolitik macht. Die ArbeitnehmerInnen können mit dem Kinderbetreuungsgeld nur verlieren", warnte die ÖGB-Frauenvorsitzende.

Es sei wichtig, Familien zu fördern und in den Kindern die Zukunft des Landes zu sehen, aber dies dürfe nicht auf Kosten der berufstätigen Mütter geschehen. Csörgits: "Grasser hat bei seinem Budget offensichtlich 'vergessen', auch Müttern eine Zukunftsperspektive anzubieten. Wo sind die Gelder für effiziente Maßnahmen zur Förderung des Wiedereinstiegs in die Arbeitswelt? Ich vermisse auch Anstrengungen, mit dem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen endlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Der Finanzminister muss aufpassen, dass er nicht mit seiner kurzsichtigen Familienpolitik großen Schaden für die Zukunft anrichtet."

Die ÖGB-Frauen haben mit Karenzgeld PLUS erstmals ein existenzsicherndes und einkommensabhängiges Modell vorgelegt. Bei einer Finanzierung aus FLAF und Arbeitslosenversicherung, stünden sogar noch Überschüsse zur Unterstützung von bisher nicht anspruchsberechtigten Familien zur Verfügung. "Von 6.000 Schilling Kinderbetreuungsgeld kann niemand, schon gar nicht AlleinerzieherInnen leben. Bei einem Mindestbetrag von 8.437 Schilling und einem Höchstbetrag von 15.087 Schilling würde Karenzgeld PLUS die Einkommenssituation vieler Familien enorm verbessern. Das wäre eine echte Investition in die Zukunft des Landes", so Csörgits abschließend. (hk)

ÖGB, 2. März 2001
Nr. 159

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Heidemarie Kargl
Tel. (01) 534 44/480 DW
Fax.: (01) 533 52 93

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB