SPÖ-Stadlbauer zu Rauch-Kallat: ÖVP geht bei Schließung der Einkommensschere nur halbherzig vor

Frauenförderpläne sollen "Muss-Bestimmung" werden - SPÖ-Frauen fordern Wiedereinstiegs-Milliarde

Wien (SK) Ein "halbherziges Vorgehen" warf SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer ÖVP-Generalsekretärin Rauch-Kallat vor, da diese heute nur von einer Verringerung, nicht aber von einem Schließen der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern gesprochen habe. "Entschieden zurück" weist Stadlbauer die Auffassung von Rauch-Kallat, wonach "Bewusstseinsbildung" beim Schließen der Einkommensschere ausschlaggebender sei, als entsprechende legistische Regelungen. "Frauen brauchen gesetzliche Regelungen, auf die sie sich im Ernstfall verlassen können", verwies Stadlbauer am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst auf die Kollektivverträge und die Gleichbehandlungsgesetze. ****

"Es ist ein naiver Standpunkt anzunehmen, dass ungleiche Entlohnung vorwiegend mit Bewusstseinsbildung bekämpft werden kann." Die Beseitigung von Ungerechtigkeiten müsse "klarer Ausdruck einer Gesellschaft" sein. "Und der findet sich nur in rechtlichen Regelungen wieder", unterstrich die SPÖ-Bundesfrauensekretärin.

Für eine legistische Verankerung würde auch die rechtliche Festschreibung der Gleichbehandlung von Männern und Frauen im Bundesgleichbehandlungsgesetz sprechen, da hier erwiesenermaßen die Einkommensschere nicht so weit auseinander klafft wie in der Privatwirtschaft, so Stadlbauer weiter.

Es gebe in der Privatwirtschaft etwa die Möglichkeit, dass Betriebsräte mit den Unternehmen spezielle "Frauenförderpläne" vereinbaren. Fakt sei, dass es derzeit aber nur eine Handvoll Betriebe gebe, wo diese Maßnahmen umgesetzt seien. Stadlbauer fordert daher, dass aus dieser "Kann-Bestimmung" eine "Muss-Bestimmung" werden müsse. Denn für Bewusstseinsbildung sei bereits ausreichend Zeit gewesen.

Stadlbauer unterstrich darüber hinaus die Forderung der SPÖ-Frauen nach einer "Wiedereinstiegs-Milliarde", die der Bund für Qualifizierungsmaßnahmen nach der Babypause zur Verfügung stellen solle.

Wenn es ausschließlich nach der "Bewusstseinsbildung" eines Großteils der Wirtschaft gehe, "würden Frauen zukünftig wohl zu Hungerlöhnen mit dem Baby im Arm zuhause vor dem PC sitzen", kritisierte die SPÖ-Bundesfrauensekretärin. Außerdem könne es nicht alleinige Aufgabe der Frauen sein, während der Karenzzeit den Kontakt zum Unternehmen aufrechtzuerhalten. Auch die Wirtschaft sei gefordert, dazu einen Beitrag zu leisten, forderte Stadlbauer. (Schluss) hm

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