Görg und Svihalek präsentieren "NESSI" - "Mehr Platz für Kinder"

Wien, (OTS) Vizebürgermeister und Planungsstadtrat Dr. Bernhard Görg, Stadtrat für Umwelt und Verkehr Fritz Svihalek und Gemeinderätin Mag. Michaela Hack präsentierten am Freitag in einer Pressekonferenz gemeinsam das Projekt "NESSI": Naturnahe Erlebnisspielplätze. "Ich stelle Ihnen hier keine neue Dreierkoalition vor, aber es freut mich sehr, dass wir hier gemeinsam ein Projekt vorstellen können, das uns allen dreien sehr am Herzen liegt", sagte Vizebürgermeister Bernhard Görg. "Es muss nicht immer der Gerätespielplatz sein, der von Kindern zum Spielen verwendet wird", sagte der Wiener Vizebürgermeister, "oft ist es für Kinder und Jugendliche spannender, die Natur auf eigene Faust zu entdecken und zu erleben, und genau das wollen wir mit "NESSI" ermöglichen". "NESSI" steht für Naturnahe Erlebnisspielplätze und soll die Natur für Kinder spielerisch erlebbar machen. "Meine Experten in der MA 18(Stadtplanung) haben in einem ersten Schritt vier solcher "NESSI"- Standorte identifiziert, und werden dieses Projekt, wie viele andere von uns gestartete Initiativen auch, in den kommenden Jahren vorantreiben, weil es uns dem Ziel, eine möglichst kinderfreundliche Stadt zu werden, wieder ein Stück näher bringt". Der Anstoß für dieses Projekt sei von Gemeinderätin Michaela Hack gekommen, so Vizebürgermeister Görg und "ich bedanke mich für das Herzblut, das sie in dieses Projekt gesteckt hat und die Beharrlichkeit, mit der sie alle zuständigen Abteilungen mit ihrer Begeisterung angesteckt hat". Auch bei Stadtrat Fritz
Svihalek bedankte sich Görg für die Unterstützung durch die MA 42 (Stadtgartenamt) und MA 49 (Forstamt).****

Umweltstadtrat Fritz Svihalek betonte in seinem Statement,
dass er dieses Projekt "sehr begrüße, weil es die zahlreichen Initiativen, die bereits in den vergangenen Jahren von der MA 42
und der MA 49 ausgegangen sind, sehr gut ergänzt". Svihalek nannte als Beispiel die rund 50 Waldspielplätze in Wien, "die jedoch eher an den Stadträndern Wiens liegen". Mit "NESSI" sei es nun
gelungen, auch in den innerstädtischen Gebieten, wie etwa dem 9. Bezirk, für Kinder und Jugendliche ein attraktives Angebot zu schaffen. "Ich möchte auch darauf hinweisen, dass sich in den letzten Jahren in der Ausbildung der für die Umsetzung zuständigen Mitarbeiter viel getan hat", sagte der Umweltstadtrat, "die
Kollegen in den betroffenen Abteilungen verfügen über hervorragendes Know How für die Umsetzung der Philosophie, die hinter diesem Projekt steht".

Gemeinderätin Michaela Hack präsentierte das Pilotprojekt Furtwänglerplatz- Gallgasse im 13. Bezirk, dessen Planung unter Einbeziehung der dort wohnenden Familien bereits im März startet. "Erste Ergebnisse aus den Workshops erwarten wir für den Herbst, die Umsetzung sollte es dann bereits mit Anfang nächsten Jahres geben." Hack bedankte sich bei Vizebürgermeister Bernhard Görg, Umweltstadtrat Fritz Svihalek und den zuständigen Magistratsabteilungen für "die hervorragende Zusammenarbeit",
denn, so Hack, "das Projekt wäre ohne deren Mitarbeit nie so weit gediehen". Sie wünsche sich für die Zukunft, dass " "NESSI" auch in anderen Bezirken sein Unwesen treiben wird".

Das Projekt "NESSI" - Zahlen und Fakten

Kinder und Jugendliche brauchen Platz, um sich entfalten und entwickeln zu können. Gerade in Ballungsräumen ist dieser Raum oft sehr begrenzt. Mit dem Projekt "NESSI" gibt die Wiener
Stadtplanung der bereits vor zwei Jahren begonnenen Initiative
"mehr platz!" eine neue Facette. "NESSI" ist ein weiterer Baustein im Konzept der "Bespielbaren Stadt".

Naturnahe Erlebnisspielplätze sind jedoch keine neue Erfindung: Das Stadtgartenamt (MA 42) und das Forstamt (MA 49) betreiben bereits seit einigen Jahren recht erfolgreich Spielplätze, auf denen es erlaubt ist, auch einmal einen Zweig von einem Strauch abzureißen und ihn zum Spielen zu benutzen, ohne gleich ermahnt zu werden. Das Ziel von "NESSI" ist, zusätzliche bespielbare Räume zu gewinnen, die durch ihre Erlebnisvielfalt und verschiedenartige Gestaltbarkeit zur Förderung des Naturerlebens
in der Stadt beitragen und somit zu einer Erhöhung des Spielwertes führen.

Auf Anfrage von Gemeinderätin Mag. Michaela Hack wurde von
der MA 18 (Stadtentwicklung und Stadtplanung) in Zusammenarbeit
mit der MA 42 (Stadtgartenamt) und der MA 49 (Forstamt) eine Bestandsaufnahme von Naturnahen Erlebnisspielplätzen gemacht und weitere potenzielle "NESSI"- Standorte ausfindig gemacht. An
diesen sollen nun sukzessiv neue "NESSI"s" entstehen.

Potenzielle "NESSI"- Standorte

o 1130 Wien, Furtwänglerplatz- Gallgasse

Im Zuge eines Partizipationsverfahren mit Kindern und Erwachsenen der Umgebung sollen zwei bestehende Grünflächen aus-bzw. umgestaltet und durch eine Grünverbindung miteinander verbunden werden. Dadurch wird ein zusammenhängender Spielraum entstehen.

o 1090 Wien, Liechtensteinpark

Der Liechtensteinpark liegt im dicht bebauten Gebiet des 9. Bezirkes. Er befindet sich in Privatbesitz, ist aber bereits teilweise als öffentlicher Spielplatz an das Stadtgartenamt verpachtet. Nun soll der dichte Baumbestand des angrenzenden Bereichs die Fläche als naturnahen Spielbereich ergänzen.

o 1110 Wien, Rappachgasse

Diese derzeit nicht entsprechend der Epk- Widmung genutzte Fläche liegt unmittelbar an der Ostbahn und im näheren Umfeld zu den Gasometern. Aufgrund der Revitalisierung der Gasometer ist
daher in absehbarer Zeit damit zu rechnen, dass hier ein Bedarf
für eine weitere Spielfläche besteht.

o 1220 Wien, Stadlau

Dieses Projekt zeichnet sich durch seine Lage im Stadterweiterungsgebiet aus. Es befindet sich in unmittelbarer
Nähe einer künftigen U- Bahnstation und verfügt außerdem mit einer Größe von ca. 82.560 m2 über ausreichend Fläche, um auch "NESSI-Touristen" aufzunehmen. Im Herbst 2000 fanden hier bereits im
Rahmen der Aktionen "Wald der Jungen WienerInnen" und "Schulwald 2000 Stadlau" Aufforstungen statt.

Die Initiative "mehr platz!"

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde auch die Fortsetzung des Projektes "mehr platz!" - Freiraumschaffung für Kinder und Jugendliche in Wien präsentiert.

o mehr platz! - 1999

Im Forschungsprojekt "mehr platz!" gingen StadtplanerInnen gemeinsam mit WissenschafterInnen verschiedenster Fachrichtungen
der Frage nach, wie sich der Mangel an nutzbaren Freiräumen für Kinder in der Stadt auf deren Entwicklung auswirkt.
Hyperaktivität, Unruhe und Konzentrationsschwäche bei Kindern, so einige der Ergebnisse, stehen ebenso in einem ursächlichen Zusammenhang mit Freiraummangel wie auch Haltungsschäden oder Defizite in der psycho-sozialen Entwicklung. Parallel zur Forschungsarbeit wandte sich das Projektteam mit Aktionen wie "Denkmale von Prominenten im Freiraum" sowie einer breit
angelegten Medienarbeit an die Öffentlichkeit, um auf die Problematik des Freiraummangels für Kinder und Jugendliche aufmerksam zu machen.

o mehr platz! - 2001

Jetzt geht es bei "mehr platz!" um konkrete Veränderungen an konkreten Orten. Ein vom Projektteam ausgewähltes Grätzel in einem dichtverbauten Wiener Innenbezirk wird zum Pilotgebiet. Im Zentrum des Interesses stehen dabei jene Freiräume, die keine
ausgewiesenen Kinderorte - also beispielsweise auch Straßen oder Plätze - sind, denn für Kinder zählt, was vor der Haustüre liegt und selbständig erreichbar ist. Für Kinder soll "mehr platz" geschaffen werden - durch ungewöhnliche Kooperationen (z.B. Zusammenarbeit mit Hausbesitzerinnen und Geschäftsleuten), durch kleine, aber effiziente strukturverbessernde Maßnahmen und mittels Lobbying und gezielter Öffentlichkeitsarbeit für die Interessen der Kinder.

Wichtig für den Erfolg des Projektes ist dabei die enge Zusammenarbeit mit den Betroffenen selbst - Kindern und deren Eltern. Streifzüge durch das Grätzel mit Kindern und Eltern werden organisiert, in Workshops werden gemeinsam Maßnahmen entwickelt. "mehr platz!" betrachtet das Grätzl aus der Perspektive von
Kindern - Kriterien sind dabei zum Beispiel, welche Wege Kinder gerne benutzen, welche Plätze für sie verboten sind, an welchen Orten sie sich gerne treffen und an welchen Stellen sie nach Einschätzung der Eltern gefährdet sind.

Das Projektteam stellt sicher, dass die Maßnahmen auf den unterschiedlichen Ebenen der Verwaltung und der Politik ausverhandelt werden - eine wichtige Bedingung dafür, dass die Maßnahmen auch realisiert werden können. "mehr platz!" setzt die ersten Schritte der Umsetzung, die Durchführung weiterer Schritte übernehmen die Bezirksverantwortlichen.

Auswahl des Pilotgebietes

Der erste Schritt des Projektes "mehr platz!" galt der Suche nach einem Pilotgebiet. Dazu wählte das Projektteam zunächst gemeinsam mit der Stadt Wien fünf Bezirke aus. Nach Gesprächen mit lokalen AkteurInnen in den Bezirken (Gebietsbetreuungen, Jugendbetreuungseinrichtungen etc.) kristallisierte sich dann der
2. Bezirk als ideales Pilotgebiet heraus.

Kriterien für die Auswahl waren:

o typisches innerstädtisches, dicht bebautes Gebiet
o durchschnittliche Versorgung mit Parks
o mögliche Spielräume durch stadtstrukturelle Bedingungen (kleine

Plätze, Zwickel, etc.)
o Zusage für finanzielle Unterstützung im Bezirk für Umsetzungen

in den Folgejahren

Gemeinsam mit VertreterInnen des Bezirkes wurde die Auswahl
des Pilotgebietes auf jene Teile des Bezirkes eingeschränkt, die außerhalb des Ziel-2-Gebietes liegen (Karmeliterviertel, Afrikanerviertel, Czerninviertel). Die endgültige Festlegung des Pilotgebietes erfolgt in Absprache mit dem Bezirk unter
Einbeziehung der Schulen und lokalen AkteurInnen.

Ab 2002 können die im Pilotversuch gestarteten Maßnahmen auch von anderen Bezirken übernommen werden. Auf der theoretischen
Ebene leistet "mehr platz!" durch die praxisnahe Forschungsarbeit eine Grundlage für weitere Projekte in Richtung kinderfreundliches und kindergerechtes Wien. (Schluss) kru

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