Verzetnitsch: Hohe Beschäftigung ist nicht erst seit letztem Jahr exzellent

Verzetnitsch: Budget 2002 deutet auf weitere Kürzungen des Arbeitslosengeldes hin

Wien (SK) Die Lobeshymnen des Bundeskanzlers in der Aktuellen Stunde am Freitag im Parlament über die hohe Jugendbeschäftigungsquote in Österreich rief beim SPÖ-Industriesprecher Fritz Verzetnitsch nicht wirklich Erstaunen hervor: "Die Jugendbeschäftigung ist nicht erst seit dem Vorjahr im internationalen Vergleich exzellent, sondern schon in den letzten zehn Jahren - bedingt durch die gute Zusammenarbeit der Sozialpartner mit den Regierungen." Sehr wohl Erstaunen rief bei Verzetnitsch jedoch ein Passus in Grassers Budgetrede hervor, der die Vermutung nahe lege, dass das Arbeitslosengeld weiter gekürzt werden solle. Wie anders solle man es interpretieren, wenn es dort heiße: "Der Abstand zwischen Einkommen aus der Arbeit und den Absicherungen aus der Arbeitslosigkeit muss größer werden." ****

Verzetnitsch appellierte mit aller Deutlichkeit an die Regierung, dass man hinter den guten Beschäftigungszahlen die Menschen, die dahinterstehen, nicht vergessen sollte - und zog dazu einen historischen Vergleich: "Im alten Ägypten hatten auch alle Arbeit, jedoch in Form der Sklavenarbeit - soviel zu Schüssels Aussage, alles was Arbeit schaffe, sei sozial. Wie beispielsweise der Umgang der Telekom mit den in der Ausbildung befindlichen jungen IT-Kräften veranschauliche, werde mit den Arbeitnehmern nicht gerade zimperlich umgesprungen. Oder sei es etwa fair, dass den jungen Arbeitnehmern nach ihrer abgeschlossen Lehre und nach der Beendigung ihres Präsenzdienstes Ende Februar mitgeteilt wird, dass sie nicht mehr weiter arbeiten können, fragte Verzetnitsch.

"Als "bemerkenswert" stufte Verzetnitsch die Tatsache ein, dass die blau-schwarze Regierung der sozialdemokratischen Vorgängerregierung noch im Vorjahr zugestanden habe, dass man nun die Früchte ihrer Arbeit ernten könne, im neuen Budget davon jedoch nicht die Rede sei.

Verzetnitsch ging mit der Sozialpolitik der Regierung hart ins Gericht. Konkret ging er auf die vermeintliche Gleichstellung der Arbeitnehmer und Angestellten ein, die in Wirklichkeit die Arbeitnehmer bezahlt haben. Und auch die sogenannten neuen Leistungen der Regierung für die Behinderten ließ Verzetnitsch nicht unerwähnt:
"In Wirklichkeit werden diese Maßnahmen durch die Besteuerung der Unfallrenten finanziert." Auch die Bildungspolitik der Regierung kam nicht ungeschoren davon. Als einen zentralen Kritikpunkt führte Verzetnitsch das mangelhafte Angebot von europäischen Computerführerscheinen an. Von 168 Berufsschulen bieten nur ganze 25 diese wichtige Ausbildung an.(Schluss) lm

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