"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Extrawurst für Kärnten?

Ausgabe vom 02.03.2001

War alles nur viel Lärm um nichts? Wurde die Bevölkerung von der Bundesregierung - angeführt oder angetrieben von Jörg Haider -kopfscheu gemacht, nur weil gerade Fasching war? Gestern hatte es ganz den Anschein. "Alles nicht wahr", tönte Haider, nichts wird zugesperrt, alles bleibt im Dorf. Die Schule, das Finanzamt, die Post, das Gericht und der Gendarm.

Wozu das Ganze? Warum beginnt der Schulreferent die Schule zu demontieren, um sie dann wieder zu retten? Warum verpflichtet Haider seine FP-Minister zu Spar- und Zentralisierungsmaßnahmen, die in Kärnten nicht auszuführen er ihnen nun als Versprechen abnimmt? Ist die bundespolitische Fastensuppe für den Landeshauptmann doch zu heiß geworden?

Nur, glaubt da wirklich jemand daran, dass Kärnten in Zeiten des Fastens als einziges Bundesland eine Extrawurst erhält und sich an den strukturellen Einsparungsmaßnahmen des Bundes nicht zu beteiligen braucht? Zweifel sind angebracht. Vor allem deshalb, weil sich dies die anderen Bundesländer wohl kaum gefallen lassen werden. Auch ist es Haider selbst, der die Bundes-Fastensuppe als Koalitionsausschussmitglied ganz wesentlich mitversalzen hat und sich nun als Landeshauptmann eine Extrawurst gönnen will.

Dass er Entwarnung auf Kosten der anderen gibt und das Sanierungsprogramm des Bundes torpediert, lässt grundsätzlich bezweifeln, dass die Zentralisierungsdiskussion mit dem heutigen Landtag beendet wird. Sie fängt erst an.

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