Wahlbehörde streicht KPÖ-Kandidatin von der Liste

Trennung in "gute EU-Ausländer" und "böse Nicht-EU-Ausländer" ist verkehrt

Wien (OTS) - Die Bezirkswahlbehörde für den 5. Bezirk hat die KPÖ-Kandidatin Grace Latigo von der KandidatInnenliste des Kreiswahlvorschlags gestrichen, wie Spitzenkandidatin Waltraud Stiefsohn heute mitteilte. Stiefsohn: "Wir haben diesen Schritt der Wahlbehörde zwar erwartet, da Grace nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, doch wir wollen an diesem Fall zeigen, wie undemokratisch das Wiener-Wahlrecht ist".

Grace Latigo ist Künstlerin und lebt seit 20 Jahren in Österreich. 7 Jahre lebte Sie, aufgrund nichtübereinstimmender und bürokratischer Gesetze, in der Illegalität. "Ich weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt ausgegrenzt zu sein. Und ich weiß, daß es sich viele - aus finanziellen Gründen - gar nicht leisten können, um die österreichische Staatsbürgerschaft anzusuchen", so Grace Latigo.

Die real exisiterenden Trennung in "gute EU-Ausländer", die bei der Bezirksratswahl wählen dürfen, und "böse Nicht-EU-Ausländer", die nicht wahlberechtigt sind, bezeichnet Grace Latigo als "total verkehrt". Es gibt für uns ImmigrantInnen Gesetze, aber wir haben kaum Rechte. In einem Staat mit zwei verschiedenen Gesetzeslagen kann aber keine Integration funktionieren. Auch wenn ich nun nicht auf der KandidatInnenliste bin, werde ich mich mit voller Kraft für das Ziel "Gleiche Rechte für alle Menschen, die hier in Wien leben", einsetzen. Ich hoffe, daß viele Immigranten und Immigrantinnen bei der Wahl jenen Parteien, die eine "weder Fisch noch Fleisch-Position einnehmen", eine Abfuhr erteilen".

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