Prammer: FPÖ und ÖVP wollen Aufholprozess der Frauen stoppen

"Mann sein allein ist kein Programm"

Wien (SK) "Bei Frauenpolitik geht es nicht ums Auseinanderteilen oder darum, wer am Ärmsten ist. Es geht um einen Aufholprozess der Frauen, den FPÖ und ÖVP jetzt stoppen und zurückdrängen wollen", sagte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Landesvorsitzenden der SPÖ-Frauen Kärnten, Melitta Trunk und der Bundessekretärin der SPÖ-Frauen Bettina Stadlbauer. Prammer betonte, Männer müssten dazu motiviert werden, mit dabei zu sein bei dem Weg zur Gleichstellung, der sicher nicht schmerzfrei sein werde. Trunk zeigte sich überzeugt, dass Haupt offensichtlich Probleme mit seiner Chefin habe und schlug vor, in der FPÖ einen Männersprecher zu beauftragen, der diese Probleme beseitigen solle. Haupt, der null Vertrauen von den Fraueninteressenvertretungen habe, hätte in jedem anderen europäischen Staat zurücktreten müssen, nachdem er mit der Ankündigung einer Männerabteilung ein derartiges "Unbewusstsein" gezeigt habe. Stadlbauer forderte: "Jetzt ist Schluss mit lustig. Haupt ist und bleibt ein Männerlobbyist, er ist nicht fähig, die Frauenkompetenzen zu führen." ****

Prammer erklärte: "Wir führen den Geschlechterkampf nicht. Wir wissen, dass die Gleichstellung nur gemeinsam erreicht werden kann." Weder Mann sein allein noch Frau sein allein sei ein Programm. Jetzt sei ein neues Zeitalter der Männerförderung angebrochen, weil diese nach Aussagen Haupts benachteiligt seien. "In welcher Welt lebt Haupt? Er hat die Benachteiligungen in der Arbeitswelt geortet:
Bedeutet das, dass Haupt die Lohnunterschiede als zu gering ansieht? Oder bedeutet das Mobbing der Männer am Arbeitsplatz, das die Vizekanzlerin anprangert, dass die kleine Schreibkraft den Kaffee ungezuckert bringt?"

Alle Frauenministerinnen hätten sich bis jetzt auch mit der Situation der Männer beschäftigt und dazu auch Studien finanziert. Aber dass jetzt für Frauenprojekte kein Geld da sei, aber die Männerabteilung keine Budgetprobleme habe, sei nicht akzeptabel, so Prammer. Fortschrittliche Frauenpolitik bedeute auch, Bewusstseinsarbeit bei Männern zu machen; die Kampagne "Halbe-Halbe" sei ein Ansatz dazu gewesen. Wenn Frauen um ihre Rechte kämpften, habe das nichts mit Wehleidigkeit zu tun. Jetzt gehe es darum, den Frauen zu vermitteln, dass es auch sinnvoll sei, für ihre Rechte einzutreten.

Kritik übte Prammer an dem Zustandekommen der neuen Männer-Abteilung: Es gebe noch keine neue Geschäftseinteilung aber schon einen provisorischen Leiter. Prammer kündigte zu diesem Thema eine parlamentarische Anfrage an den Minister an und forderte qualifizierte Männer und Frauen auf, sich um die Stelle des Abteilungsleiters zu bewerben, die ausgeschrieben werden müsse.

Trunk bekräftigte ihre Ansicht, dass die Ankündigung der neuen Männerabteilung bewusst in der Faschingszeit platziert worden sei. Trunk warf Minister Haupt vor, in den fünf Monaten seiner Amtszeit außer Kontraproduktives nichts getan zu haben, Haupt habe nur seine Inkompetenz zur Schau gestellt. Wenn Haupt behaupte, dass man Männerforschung betreiben müsse, könne man nur sagen, dass 90 Prozent der (Geschichts-)Forschung Männerforschung sei. Männerbewusstsein werde ohnehin geleistet, wenn Haider von einem herrschenden und einem dienenden Teil spreche und davon, dass Frauen naturgemäß die Dienenden seien. Die Männerabteilung könne so gespart werden.

Stadlbauer unterstrich, dass die 30 Jahre sozialdemokratische Frauenpolitik in den ersten Ansätzen erfolgreich gewesen sei, doch die Ergebnisse würden jetzt "niedergewalzt". Haupt solle seine Kompetenzen abgeben. Ein Männerverein, die einen Minister wie Haupt unterstütze, sei zum Beispiel der äußerst konservative Verein "Recht des Kindes auf beide Eltern", der zu 90 Prozent aus Männern bestehe, die der Meinung seien, dass sei zuviel Alimente zahlen würden, so Stadlbauer abschließend. (Schluss) ts

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