Ärztekammer präsentiert Einsparungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen

Wien (OTS) - Die Ärztekammer für NÖ schaltete sich heute in die Diskussion um Strukturreformen im Gesundheitswesen ein und präsentierte zwei Vorschläge zu Einsparungen im Gesundheitswesen. Präsident MR Dr. Gerhard Weintögl: "Wenn Strukturreformen dazu führen, dass es zu einer Qualitätsverschlechterung in der Versorgung der Patienten kommt, ist es unsere Pflicht dies aufzuzeigen. Wenn alleine in NÖ

200 Millionen Schilling im NÖGUS eingespart werden sollen, um Leistungen - ohne die Bereitstellung von entsprechenden Mitteln - in den niedergelassenen Bereich abzuwälzen, so ist dies keine Strukturreform, sondern ein Angriff auf die Qualität der Patientenversorgung. Gleiches gilt für die von den Sozialpartnern geforderten Einsparungen von 1,5 Milliarden an ärztlichen Honoraren. Strukturreformen bedeuten neue Ideen, nicht Rückschritte in der medizinischen Leistungsvielfalt."

Die Ordinationsapotheke

Mit einem patientenorientierten und effizienten Vorschlag zeigt die Ärztekammer auf, wie man bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung für die Patienten auch Kosten einsparen kann. Weintögl: "Wenn zukünftig rezeptpflichtige Medikamente bei allen Ärzten, also auch bei Fachärzten, direkt abgegeben werden könnten, hat dies zwei Effekte:

1. Man erspart den Patienten den Weg vom Arzt zur Apotheke

2. Ärzte würden in diesem Fall den Krankenkassen größere Nachlässe gewähren, da die Aufrechterhaltung einer gesamten Infrastruktur, wie dies beispielsweise bei einer öffentlichen Apotheke der Fall ist, nicht mitfinanziert werden muss."

Wenn von den jährlichen Medikamentenausgaben in der Höhe von ca. 24 Milliarden Schilling etwa die Hälfte über Ordinationsapotheken abgegeben werden könnte und diese Ordinationsapotheken den Krankenkassen 5 % zusätzlichen Nachlass gewährten, wären dies auf einen Schlag Einsparungen in der Höhe von 600 Millionen Schilling. Und dies bei einer gleichzeitigen Verbesserung der Versorgungsqualität der Patienten.

Abschaffung der Bauernkrankenkasse

Seit drei Jahren können auch Versicherte der Bauernkrankenkassen, wie alle Gebietskrankenkasseversicherte, über Krankenscheine beim Arzt ihre medizinische Leistung beziehen. Auch die administrative Abwicklung lauft weitestgehend über die Gebietskrankenkassen. Dennoch gibt es einen zusätzlichen Verwaltungsapparat in der Bauernkrankenkasse, die für die Versicherten keinen sichtbaren Nutzen mehr mit sich bringt. Im Gegenteil, die Umstellung vom Barleistungsprinzip auf Krankenschein hat in der Bauernkrankenkasse zusätzliche Mehrkosten von mehr als 23 Millionen Schilling allein in NÖ verursacht. Deshalb fordert die Ärztekammer für NÖ die Eingliederung der Bauernkrankenkasse in das Gebietskrankenkassensystem, um unnötige Verwaltung abzubauen.

Beitragserhöhungen

Wenn die Verantwortlichen nicht bereit sind neue Ideen aufzugreifen und umzudenken, dann wird zu guter letzt nichts anderes übrig bleiben als eine Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge zu beschließen.

Die Ärzteschaft wird jedenfalls Maßnahmen, die eine Verschlechterung der Qualität der Patientenversorgung zur Folge haben, nicht mitragen, sonder sich gegen diese Schritte vehement zur Wehr setzen.

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