Ärztekammer verkürzt Minuten-Medizin auf wenige Sekunden

Medikamentenabgabe durch Ärzte soll für zusätzliches Einkommen sorgen, Patientenwohl bleibt auf der Strecke

St. Pölten (OTS) - "Mit dem Vorschlag der Ordinationsapotheke würden die Ärzte ihre Minuten-Medizin auf wenige Sekunden reduzieren. Damit stünde noch weniger Zeit bei den Ärzten für Diagnose und Therapie bei den Patienten zur Verfügung als bisher. Es wäre außerdem ja noch schöner, wenn zur Norm wird, dass der der hinten in der Ordination verschreibt, sich selbst vorne am Verkaufspult das Geschäft zuschanzt." Mit diesen Worten reagierte heute der Präsident der niederösterreichischen Apotheker, Mag. pharm. Werner Luks, auf die Idee der Ordinationsapotheke die vom Präsidenten der niederösterreichischen Ärztekammer Dr. Weintögl vorgestellt wurde.

Die Ärzte, so Luks, wollen mit diesem Vorschlag nur von ihrem Unwillen ablenken, den Einsparungsvorschlägen von Minister Haupt und Staatssekretär Waneck, die in ihrem Bereich 1,5 Mrd. Schilling jährlich bringen sollen, zu folgen. "Wenn die Ärzte nun so vollmundig behaupten, sich für die Patientenversorgung einzusetzen, dann hätten sie das tatsächlich längst tun können, in dem sie für mehr Ärzte mit Kassenverträgen sorgen. Stattdessen verhindern hier die Vertreter der Ärztekammer neue Kassenverträge und muten so dem Patienten wochenlange Wartezeiten auf einen Termin und stundenlanges Sitzen in den Warteräumen der Ordination zu. Das entlarvt das angebliche Bemühen der Ärzte um das Patientenwohl als billige Floskel", stellt Luks klar.

Apotheker haben zur Ausgabensenkung der Krankenkassen bereits beigetragen

Im Gegensatz zu den Ärzten haben die Apotheker in den vergangen Jahren bereits massiv zu den Einsparungen der Krankenkassen beigetragen. Durch die Spannensenkungen in den Jahren 1995 und 1997 konnten bisher 3,5 Mrd. Schilling eingespart werden. Mit dem Solidaritätsmodell der Apotheker konnten innerhalb eines Jahres die Ausgaben für Arzneimittel um eineinhalb Milliarden Schilling reduziert werden. Damit ist die Steigerungsrate bei den Ausgaben für Medikamente um 12 % für 1999 auf 5,9 % für 2000 gesenkt worden. Es liegt nun an allen Partnern im Gesundheitssystem bei den Einsparungsbemühungen der Bundesregierung und der Krankenkassen das Ihre dazu beizutragen.", fordert der Präsident der niederösterreichischen Apotheker, Mag. pharm. Werner Luks, abschließend.

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