Fastenzeit für Natura 2000?

WWF fordert Anwendung der EU-Richtlinien

Wien (OTS) - Der WWF lehnt die neueste Forderung von Landesrat Sobotka zum Thema Natura 2000 ab: Es sollen nur noch jene Flächen, als Natura 2000-Gebiet belassen werden, die bei den internen Erhebungen als europäisch und national eingeschätzt wurden. "Das entspricht weder Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) noch hätte es Aussicht auf Zustimmung durch die Europäische Kommission," betont Dr. Günther Lutschinger, Geschäftsführer des WWF Österreich.

Bisher vorgenommene Gebietsnominierungen in Niederösterreich standen in den letzten Monaten immer wieder zur Diskussion. "Diese geplante massive Reduktion der Natura 2000-Flächen in Niederösterreich führt nur zu einem Konflikt mit der Europäischen Kommission," ist Lutschinger überzeugt, "Die Kräfte sollten lieber in eine sinnvolle Zonierung nach nachvollziebaren Kriterien sowie in die Erstellung von Managementplänen investiert werden."

Politik sucht grünen Deckmantel ...

Bei den im Sommer 2000 durchgeführten Kartierungen wurden für interne Zwecke die aufgenommenen Natura 2000-Flächen in Kategorien eingeschätzt: von europäisch über national bis regional bedeutend. Diese Einschät zung entspricht weder den Kriterien der FFH-Richtlinie noch kann sie eine Argumentationsgrundlage für die EU-Gremien sein. Eine solche Einteilung kann nur als Erleichterung für die Prioritätenreihung der Erhaltungsmaßnahmen in den Natura 2000-Gebieten dienen.

"Wenn die Reduktion der Natura 2000-Flächen auf Grund dieser falschen Voraussetzungen durchgeführt wird," zeigt sich Lutschinger entschlossen, "Wird der WWF eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission einbringen. Niederösterreich ist mit seinen 5 Beschwerde-bzw. Vertragsverletzungsverfahren österreichischischer Spitzenreiter."

NÖ-Kategorien versus EU-Richtlinen

Die Europäische Kommission führte zur objektiven europaweiten Beurteilung und zum Schutz der Natur die Fauna-Flora-Habitat- sowie die Vogelschutz-Richtlinie ein. Entscheidend für die Ausweisung von Natura 2000-Gebieten ist die gesamte Verbreitung der in diesen Richtlinien enthaltenen Lebensräumen und Arten einer bestimmten Region z.B. Alpine Region. Auf Basis der Information über die gesamten Habitate und Arten der Regon wird einerseits beurteilt welche Flächen andererseits welche Tier- und Pflanzen-Populationen für das Europäische Netzwerk Natura 2000 notwendig sind. "Die bisherigen Ausweisungen der Natura 2000-Flächen in NÖ folgten diesen wissenschaftlich fundierten Kriterien. Die geplanten Reduktionen sind ein massiver Angriff auf den Naturschutz in Niederösterreich und für viele Arten langfristig das Aus," so Lutschinger.

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