Gewerbeverein: Post.at: Willkommen im freien Markt

Wien (OTS) - Post.at, der Teilnachfolger der Österreichischen Post & Telegraphenverwaltung beschreitet bedenkliche Wege, den freien Markt einzuschränken. Betreiber von Frankiermaschinen erhalten einen vorgetäuschten Einschreibbrief von Post.at., in dem auf die neue -durch die Euro-Einführung notwendige - Anschaffung von Fernwertvorgabe-Maschinen, das sind moderne Frankiermaschinen hingewiesen wird.

Um den legitimen Wunsch einer raschen Umstellung zu stimulieren, legt Post.at einen Gutschein über 100 Euro Porto beim Erwerb einer derartigen Maschine bei.

Ein weiterer 100 Euro-Schein ist ebenfalls dem Post.at-Täuschungseinschreiber angefügt: Von jener Firma, von der man bisher seine Frankiermaschine hatte. Ein Vertreter von Post.at gibt dazu an, dass die oligopolartig strukturierte Anbietergemeinde von postzertifizierten Anlagen mit der Post übereingekommen ist, dass auf diese Weise der Markt einzementiert werden soll.

Das heisst im Klartext: Wer bisher eine Frankiermaschine der Marke XY hatte, sollte wieder durch einen von Post.at versendeten 100 Euro-Gutschein an XY gebunden werden.

Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) sieht diese Praxis von Post.at wett-bewerbsrechtlich mehr als bedenklich:

- Es kann nicht Aufgabe eines faktisch verstaatlichten Monopolisten sein, sich Sorgen um die Marktanteile von zertifizierten Frankiermaschinen machen.

- Post.at hat darüberhinaus nicht das Recht Eignern von Frankiermaschinen durch Lockangebote unterschwellig die Suche nach dem günstigsten - möglicherweise anderen als bisher - Anbieter zu vermiesen.

- Mit dieser Vorgehensweise hat Post.at wissentlich künftige Anbieter im Markt ausgebremst, sieht man von wenigen Ersatzkäufen und noch weniger neuen maschinenfrankierenden Absendern ab.

- Post.at weiß natürlich, dass Ende 2000 viele Frankiermaschinen unverwendbar wurden, da das Einstellrad 01 für das Jahr 2001 nicht mehr verfügbar war. Der nunmehrige Portobon über hundert Euro gilt aber nur ab 15.2.2001.

Der ÖGV steht auf dem Standpunkt, dass Post.at wahrlich andere Sorgen hat, als einen freien Markt zu verhindern - noch dazu mit "Täuschungs-Einschreibbriefen". Post.at soll sich zuerst einmal darum kümmern, dass Poststücke von A nach B rasch und zuverlässig transportiert werden - danach kann Post.at sich als selbsternannter Marktregulierer aufspielen.

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