Mitterlehner zu Krankenkasse: Reform ja, Systemänderung nein

WKÖ-Belangsendung am 01.03.01 auf Ö1

Wien (PWK151) - Die Sozialpartner haben ihre Vorschläge zur Bedeckung des Abganges im Budgets des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger vorgelegt. Die Mitglieder der Kammern bezahlen die Krankenversicherungsbeiträge. Damit sind Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer Österreich auch für die Verwendung des Geldes mitverantwortlich und darum sitzen die Vertreter beider Gruppen im Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Daran soll sich, erklärt Wirtschaftskammer-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner, auch nichts ändern: "Das beitragsfinanzierten System ist effizienter. Es gibt keine Wartezeiten bei Operationen oder gar eine Riskenauslese, dass etwa ältere Personen nicht mehr operiert werden. Daher ist das System der Selbstverwaltung ein weltweit erprobtes bewährtes System."

Die Probleme der Kassen ergeben sich daraus, dass die Beiträge nur mit den Gehältern steigen, deren Anteil sie sind. Das waren im vergangenen Jahr drei Prozent, während die Kosten für Medikamente und moderne Behandlungsmethoden um acht Prozent gestiegen sind. Die Suche nach dem Ausgleich ist die berühmte Suche nach der Stecknadel im Hauhaufen. "Man kann nicht so ohne weiters die Ausgaben deckeln, weil man die Versicherten nicht vom medizinischen Fortschritt ausschließen kann. Und daher ist es auch sehr schwierig, ausgabenseitig einzusparen, weil man dort bei ärztlichen Leistungen, bei Medikamenten und den Krankenhauskosten ansetzen muss", meint Mitterlehner. Ein wesentliches Problem ist nach seiner Ansicht die zu weit gehende Selbstständigkeit der Kassen. Es könne nicht sein, so der Gneralsekretär, dass Voranschläge und Abschlüsse so weit auseinander klaffen. Und dass man Defizite, die entstehen, nicht längst vorher erkenne und wirksame Gegenmaßnahmen ergreife.

Wenn das aktuelle Problem des Kassendefizites gelöst ist, wird man sich mit einer langfristigen Sanierung auseinandersetzen müssen. Neue Beitragsberechnungsmodelle, die sich nach der Situation der einzelnen Kassen richten, sind ebenso denkbar wir ein Modell abgestufter Leistungspakete, aus denen sich jeder das für ihn günstige und finanzierbare aussuchen kann. Genauere Kontrolle der ärztlichen Verschreibungen und die Umstellung auf sogenannte Generika, also nach abgelaufenen Patenten hergestellte Medikamente, sind weitere Möglichkeiten. Reform ja, Systemveränderung nein, stellt Mitterlehner klar: " Wir bekennen uns zur Versicherungspflicht. Würde man das nämlich nicht machen, zeigen deutsche Erfahrungen, dass nur die gesunden Jungen gern genommen werden. Dann muss man wieder für Ältere und Kranke einen Risikoausgleich zwischen den einzelnen Versicherungen durchführen. Das System an sich soll im Grundsatz so bleiben." (EBK)

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