ARGE-ÄrztInnen: Ambulanzgebühren müssen weg!

Regierung untergräbt Arzt-Patient Verhältnis

Wien (ÖGB). "Das Ziel dieser Regierung ist noch immer: abkassieren bei den Kranken und Einführung einer Zwei-Klassen-Medizin", stellt Prim. Dr. Georg Gaul, Vorsitzender der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, zur Einführung von Ambulanzgebühren ab dem 1. März fest. Gaul:
"Ambulanzgebühren und Selbstbehalte sind der falsche Weg und führen direkt zur sozialen Spaltung in der Gesundheitsbetreuung. Der freie und gleiche Zugang zu allen medizinischen Einrichtung, egal ob arm oder reich, ist damit in Gefahr."++++

Neben der Benachteiligung der PatientInnen komme es, so Gaul, auch noch zu einer unverantwortlichen administrativen Belastung der ÄrztInnen. Der Vorsitzende der Arge-ÄrztInnen: "Die Konzeptlosigkeit der der Regierung haben PatientInnen und ÄrztInnen auszubaden. Dazu kommt, dass nach der angeordneten Regelung die ÄrztInnen den PatientInnen mitteilen müssen, ob sie Ambulanzgebühren zu zahlen haben oder nicht. Das wird das Vertrauensverhältnis Arzt-Patient sicherlich nicht fördern."

Der ARGE-ÄrztInnen-Vorsitzende fordert daher die Regierung auf, endlich eine grundsätzliche Diskussion über die Zukunft des österreichischen Gesundheitswesens zu führen und Vorschläge auf den Tisch zu legen, wie die hohe Qualität mit vernünftigen Kosten zu sichern und auszubauen ist. Weiters sollen Finanzierungswege aufgezeigt werden, wie dieses System finanziert werden könne, ohne dass es auch hier zu einer sozialen Schieflage komme.

Gaul: "In Österreich haben wir das Glück, dass wir auf einer vernünftigen Grundlage aufbauen können. Jetzt liegt es an der Regierung entsprechende Schritte zu setzen, die eine umfassende Gesundheitsbetreuung bei höchster Qualität gewährleisten."(ff)

ÖGB, 28. Februar 2001
Nr. 148

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