Schweinepestverdacht in oö. Tierfabrik ausgeräumt?

Viele offene Fragen, Tierquälerei und Konsumentenbetrug bleiben

Wien (OTS) - Wie berichtet, hat der VgT - Verein gegen
Tierfabriken letzten Freitag einen Verdachtsfall von Schweinepest in der Mastfabrik des Adolf Beckerle, Neukirchen, OÖ aufgedeckt. Gestern wurde offiziell bekanntgegeben, daß alle 50 Proben negativ waren. Dennoch bleiben einige offene Fragen: Was ist mit dem Schwein passiert, was auf dem uns zugespielten Video deutliche Anzeichen einer schweren Erkrankung - ähnlich Schweinepest - zeigte (das Video und/oder Fotos können auf Anfrage gerne zugesandt werden)? Wurden auch die toten Tiere untersucht, die in dem Kadaver-Container waren? Wieso konnten die bei der freitäglichen Demo anwesenden VgT-Aktivisten aus den Stallungen mitanhören, wie darüber gesprochen wurde, daß einige der Tiere die nächsten 2 Wochen nicht überleben werden? Wurden auch von diesen Schweinen Blutproben genommen oder nur gezielt von den Gesunden? Und letztlich: wie kommt ein Stadtblatt aus Steyr dazu, bereits am letzten Sonntag darüber zu berichten, daß die Proben negativ waren, wo sie doch erst am Montag untersucht wurden??

Was jedenfalls von diesem Fall bleibt, ist die permanente und schwere Tierquälerei im Betrieb Beckerle. Er hält mindestens 4000 Mastschweine unter katastrophalen hygienischen Zuständen: Kot und Spinnweben überall, Tiere mit offenen Wunden an Beinen und Gelenken oder abgebissene Schwänze, erdrückende Enge, gesundheitsschädliche Schadgase und Dunkelstall. Die Aufnahmen von dieser Schweinemästerei erinnern an Konzentrationslager für Menschen. Der VgT hat bereits am Montag eine entsprechende Anzeige samt Beweismaterial sowohl an die BH Braunau, als auch an die Staatsanwaltschaft Ried/I. sowie an Landesrat Achatz geschickt. Die Bezirkshauptmannschaft Braunau ist wegen der Tierquälerei-Anzeige bereits aktiv geworden sein. Der Bezirkshauptmann Bernhard Wolfram sagt gegenüber dem VgT, daß die Bezirkshauptmannschaft gegen Adolf Beckerle schon früher ein Verfahren auf Tierhaltungsverbot nach dem oö. Tierschutzgesetz eingeleitet hat. Das Verfahren stehe kurz vor dem Abschluß und läuft auf eine Reduktion bzw. ein völliges Verbot der Tierhaltung hinaus. Außerdem hat die Behörde - wie der VgT - gegen den Landwirt Anzeige bei Gericht erstattet.

Als drittes bleibt dann noch die massive Konsumententäuschung, die - wie in vorliegendem Fall - jahrelang unter dem Deckmantel "Bauernhof-Garantie" abgelaufen ist. Obwohl in Salzburg (und vermut-lich auch in anderen Bundesländern) BILLA und MERKUR sehr schnell reagiert haben und Beckerle aus den Regalen genommen hat, bleibt die Frage, welche "Bauernhöfe" sich hinter den anderen Namen verstecken. Bei dem ausbeuterischen System, welches in der intensiven Tierproduktion herrscht und welches ohne den Einsatz von Antibiotika, Hormone und Wachstumsförderern gar nicht mehr rentabel wäre, kann es sich auch dabei um nichts anderes als "Tierfabriken" handeln.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Franz-Joseph Plank
VgT-Geschäftsführer
Tel.: 02774/8813
Verein gegen Tierfabriken
E-Mail: vgt@vgt.at Web: www.vgt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS