FP-Sichrovsky: Prozeß gegen NS-Mörder Brunner erfordert Mitwirkung Österreichs

Wien, 2001-02-28, -(fpd)- "Der am 02. März in Frankreich beginnende Prozeß gegen den NS-Verbrecher Alois Brunner hat auch für Österreich eine enorme Bedeutung", stellte heute der freiheitliche Generalsekretär Mag. Peter Sichrovsky fest. Der Österreicher Alois Brunner, der als der "Chef-Liquidator" des jüdischen Wiens in die Geschichte einging, war einer der Hauptverantwortlichen für die Deportation und Ermordung der in Wien lebenden Juden. Zwischen 1939 und 1942 organisierte der damalige SS-Obersturmbannführer die Deportation von 56.000 Wiener Juden, von denen kaum einer die Konzentrationslager überlebte. Er setzte sein mörderisches Handeln in anderen Orten Europas wie Saloniki, Berlin und auch in Frankreich fort und war neben Eichmann einer der Hauptverantwortlichen für den Holocaust.****

"Es wäre daher eine Verpflichtung der österreichischen Regierung, diesen Prozeß z.B. mit Unterlagen, Dokumenten oder sonstigen Beweismitteln zu unterstützen, oder ein ähnliches Verfahren gegen Alois Brunner in Österreich zu initiieren", so der Generalsekretär. Weiters wäre zu prüfen, ob die österreichische Regierung als Vertreter der Ermordeten Wiener Juden, die fast alle österreichische Staatsbürger waren, sich nicht in deren Namen an dem Prozeß in Frankreich aktiv beteiligen könnten.

"Jede Form von Mitwirkung und Beihilfe durch Österreich in dem Verfahren gegen Alois Brunner wäre ein symbolischer Akt der Anerkennung der österreichischen Mitverantwortung an den Verbrechen des Holocaust und ein verantwortungsvolles Handeln im Sinne der Erinnerung an die österreichischen Opfer", schloß Sichrovsky.

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